Wir haben die spannendsten 15 ½ Dachzelte im direkten Vergleich getestet und dafür 25 Dachzelt-Newbies sowie Jungs und Mädels mit Expertise, zwei Kleinkinder, zwei Hunde und einen Riesenteddy auf legendäre Roadtrips mitgenommen – hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle von uns getesteten Dachzelte.
Seit 2020 hat VICKYWOOD – eine Marke der Winch Industry GmbH – einen Stellplatz in der Campingwelt: Ob Hartschale, Hybrid, Klapp- oder aufblasbares Modell – das Sortiment der bayerischen Outdoor-Schmiede bietet für jedes Abenteuer das passende Dachzelt. Mit dem kompakten Hybrid Dachzelt TEAK 135 für kleinere Fahrzeuge soll das umfangreiche Outdoor-Angebot abgerundet werden. Welche Vor- und Nachteile hat das TEAK 135 im Vergleich zu den beiden anderen Hybridzelten qeedo Freedom Hybrid 2+ und dem Roof Space 2?

Vickywood Teak 135
2.390 €
Technische Daten
Typ Klappbares Hartschalenzelt
Personen 2
Gewicht 62,9 kg (ohne Leiter)
Abmessungen (geöffnet) 220 x 123 (L x B)
Abmessungen (geschlossen) 135 x 125 x 24,5 cm (L x B x H)
Innenraumhöhe 110 cm
Matratze
Liegefläche 200 x 108/120 cm (L x B) (Kopfbereich schmaler als Fußbereich)
Dicke 5 cm
Material Flanell
Bezug abnehmbar und maschinenwaschbar
Vickywood Teak 135
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Serienausstattung
Matratze
Alu-Teleskopleiter
2 Schuhtaschen
2 LED-Leisten
2 zusätzliche Dachträger für weiteres Equipment
Hilfsgurt zum Öffnen und Schließen
Empfohlenes optionales Zubehör
Thermo-Innenzelt 169 €
VICKYWOOD Hybrid Dachzelt TEAK 135: Vorbereitung und Montage aufs Fahrzeug
Spoiler vorab: Bei der Montage aufs Autodach waren wir kurz davor, alles hinzuschmeißen und den Test abzubrechen. Doch starten wir der Reihe nach: Wie bei den beiden anderen Hybrid-Modellen von qeedo und Roof Space war keine Vormontage nötig, denn die Schienen zur Befestigung am Dachträger kommen vormontiert. Mit knapp 63 kg ist das VICKYWOOD-Dachzelt immerhin das leichteste Hybrid Dachzelt in unserem Test und das Hochheben aufs Autodach kein Problem. Wie beim Roof Space 2 sind die Stahlbügel zum Verschrauben des Zelts am Dachträger schwer und robust, aber nicht vorgeformt und gewölbt, einfach nur eine unbeschichtete Metallplatte. Doch auch hier muss man aufpassen, dass man den Dachträger nicht verkratzt. So weit so gut.
Was wir bei mehrfachen Aufbauten bei 15 Dachzelten noch nie hatten, waren Schrauben, die von so schlechter Qualität waren, dass sich die Muttern ins Gewinde gefressen haben. Es ging bei zwei von acht Schrauben weder vor noch zurück. Mit der Folge, dass wir unter Einsatz von Bolzenschneider und Metallsäge die Schrauben losschneiden und im Baumarkt neue besorgen mussten. Unsere Nerven lagen blank – zum Glück mussten wir nicht zeitnah in den Urlaub fahren. Wichtiger Tipp: Ein neues Dachzelt, egal von welchem Hersteller, niemals erst kurz vor dem Urlaub montieren, sonst ist Oberstress angesagt. Auf Nachfrage lässt uns VICKYWOOD aber wissen, dass das Problem aus einer der frühen Chargen bekannt und mittlerweile behoben ist. Wer trotzdem noch auf mangelhafte Schrauben stößt, wird beim Austausch unbürokratisch mit Ersatzteilen und Service unterstützt.


Auf- und Abbau
Die Hartschale beim VICKYWOOD Dachzelt wird an zwei Verschlüssen geöffnet und dank Gasdruckfedern stellt sich der Deckel, der in Endlage die Rückseite des Zeltes bildet, nach einem Schubs von alleine auf. Danach wird es weniger intuitiv: Wohin kommt welche Spannschnur? Wie funktioniert das Öffnen mit der beiliegenden Hebelstange? Hier hilft es, vorab die Gebrauchsanweisung zu lesen. Die Bodenplatte lässt sich mit der beiliegenden Hebelstange einfach, wenn auch etwas umständlich, ausklappen. Der Hebel flößt auf den ersten Blick jedoch kein Vertrauen ein, da er sich bei Gebrauch deutlich durchbiegt. Erst ein Langzeittest würde seine dauerhafte Stabilität zeigen.
Das Aufklappen des VICKYWOOD Hybrid Dachzelts muss definitiv geübt werden. Dafür sind danach keine zusätzlichen Schritte nötig, um Spannstangen oder Schuhtaschen zu montieren. Alles, was benötigt wird, ist im und am Zelt. Cooles Überraschungs-Detail: Das Organizer-Netz an der Unterseite des Koffers ist sehr praktisch, um tagsüber Kleinteile wie Sonnenbrille oder Notizbuch zu verstauen.
Ebenfalls positiv: Die Leiter wirkt stabil und der Schließ- und Öffnungsmechanismus zwischen den Sprossen ist einfacher und sicherer gelöst als bei den beiden anderen Hybriden. Der smarte Halbstufen-Mechanismus verhindert nämlich, dass keine Finger eingeklemmt werden.
Negativ: Bei jedem Auf- und Abbau des VICKYWOOD Hybrid Dachzelts muss der Klettverschluss des Rainflys am Eingang fixiert bzw. gelöst werden. Beim Abbau schnellt, wenn man nicht aufpasst, der U-Bügel des Vordaches runter, so dass die Person, die zum Helfen unten steht, das Ding an den Kopf bekommen kann.




Das VICKYWOOD Hybrid Dachzelt im Einsatz
Kaum geöffnet, umhüllt uns ein stechender Geruch nach Plastik – die Matratze riecht nach allem, was der Chemiebaukasten hergeben kann. Auch nach mehreren Tagen Ausdünsten an der frischen Luft stinkt es noch. Einfach kaufen und loslegen ist somit nicht möglich. Das Zelt braucht wahrscheinlich ein bis zwei Urlaube, um ein neutrales Raumklima zu erlangen. Auf Nachfrage erklärte VICKYWOOD dieses Problem allerdings zum Einzelfall. Trotzdem kündigte der Hersteller an, die Matratze bei künftigen Chargen gegen die leichte AirPro Luftmatratze auszutauschen, die sich in anderen VICKYWOOD-Modellen bereits bewährt hat.

Genial ist dagegen der großzügige Stauraum beim VICKYWOOD-Dachzelt: Ein Organizernetz mit mehreren Fächern im Kopfbereich, angebracht am Kofferdeckel, nutzt den Raum und ist im Liegen gut erreichbar. Allerdings sollte man es nicht überladen, sonst hängt einem das Netz beim Schlafen lästig ins Gesicht. Seitlich gibt es zusätzlich noch je zwei Taschen. Ebenfalls mit beim VICKYWOOD Hybrid Dachzelt dabei: 2 Schuhtaschen mit zusätzlichen Außenfächern für Trinkflaschen und Co. – das hatten wir so durchdacht auch noch nicht. Die perforierte Unterseite sorgt für Durchlüftung und Trockenheit, außerdem kann sie in der Kederleiste verschoben werden. Im Fußbereich des TEAK 135 ist noch Platz für Klamotten und Gepäck, weil die Innenlänge des Zelts die Länge der Matratze überschreitet. Einzigartig im gesamten Testfeld sind zudem die zusätzlichen Organizer-Fächer, die sich außen an der Unterseite des Zeltkoffers befinden und eine superpraktische Ablage für Sonnencreme, Buch und Kleinutensilien sind.

Der Innenraum ist mit 120 cm angenehm hoch. Dadurch, dass die Hartschale die Hinterwand bildet, gibt es kein Fenster im Kopfbereich und der Innenraum ist dunkler als bei den anderen beiden Hybridzelten. Dafür ist ein LED-Licht integriert, das allerdings zweigeteilt ist und dadurch auch von zwei Powerbanks betrieben werden muss. Auch der werksseitig angebrachte Rainfly, der sich über das Zelt spannt, trägt zur geringen Helligkeit bei.
Allerdings hat der Rainfly beim VICKYWOOD Hybrid Dachzelt vielseitige Funktionen: Vollständig montiert, können bei Regen von oben die Fenster offen bleiben. Wenn es nicht regnet, kann der Rainfly an den Seitenfenstern hochgerollt werden, dadurch kommt schon einiges mehr an Licht rein. Vollständig abgenommen, gibt der Rainfly viel Fensterfläche frei, auch oben beim Panoramafenster bieten sich ungeahnte Freiheiten. Der Zipp-Mechanismus des Rainflys ist etwas schwergängig an den Kanten und insgesamt ist etwas Geduld gefragt, um ihn komplett aus- und später wieder einzuzippen.



Für zwei Personen bietet die schmale Liegefläche von 108–120 cm im VICKYWOOD-Dachzelt einen hohen Kuschelfaktor. Die Matratze ist jedoch nicht fürs Schlafen auf der Seite geeignet, die Hüfte liegt nach einer gewissen Zeit sehr hart auf – da sind Rückenschläfer klar im Vorteil.


Für wen und welches Auto passt das VICKYWOOD Dachzelt?
Mit nur 62,9 kg – inklusive Hartschale – ist das VICKYWOOD TEAK 135 leicht genug, dass es auch für Fahrzeuge bis 65 kg Dachlast geeignet ist. Zu empfehlen für Paare, die es gern kuschelig haben und auf dem Rücken schlafen – oder für Singles, die allein mit Dachzelt unterwegs sind. Wer bei seinen Trips gerne Gear, wie Alukisten, Wasserkanister oder ein Kajak, dabei hat, wird sich über das zusätzliche Dachträgersystem freuen, das im Lieferumfang enthalten und schon vormontiert ist. Auf das größere Hybrid-Modell Mighty Oak Light mit einer Liegefläche von 195 x 140 cm kann man ausweichen, wenn einem der Platz im Zelt nicht ausreicht. Das erhöht natürlich auch das Gewicht auf 69 kg und den Preis auf 2.690 € und ist damit preislich fast beim qeedo Freedom Hybrid 2+.
Das Fazit zum VICKYWOOD TEAK 135 Hybrid Dachzelt
Das TEAK ist mit 62 kg das leichteste und mit 2.390 € auch das günstigste unter den von uns getesteten Hybrid Dachzelten – allerdings auch kleiner. Dank der speziellen Rainfly-Konstruktion ist es auch bei Schmuddelwetter gut durchlüftet. Schwächen zeigen sich in Montage und Matratze: Die Schrauben waren minderwertig und die von uns getestete Matratze roch richtig unangenehm und musste erstmal zwei Wochen auslüften. Kurz gesagt: Klein, aber nicht in allen Punkten oho! VICKYWOOD ist aktuell dabei, diese Mängel zu beheben.
Tops
- vielseitig anpassbares Rainfly
- durchdachtes Stauraumkonzept
- zusätzliche Dachträger für Ausrüstung
Flops
- (laut Hersteller behoben:) potenzielles Montage-Fiasko durch billige Schrauben
- Matratze stinkt bei unserem Testmodell bestialisch
Tipp: Montage und Auslüften einige Zeit im Voraus einplanen; Wer auf der Seite schläft: Matratzenauflage besorgen
Mehr Infos gibts unter VICKYWOOD.com.
Das Testfeld beim Dachzelt Test 2024 und 2025
Hier gehts zum großen Vergleichstest – 15 ½ Dachzelte fürs Auto im Dachzelt Test
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Words: Susanne Feddersen, Felicia Nastal Photos: Jan Fock
