Die Welt steht Kopf? Nicht ganz – aber Thule bringt mit dem Thule OutPace einen neuen Fahrrad Heckträger für die Anhängerkupplung. Mit 599,95 € und Platz für zwei Bikes bricht er mit den gängigen Systemen. Ob Hochklappen statt Abklappen wirklich besser ist? Wir haben es für euch im Alltag getestet.

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Thule OutPace | 599,95 € | 14,36 kg | Features: Hochklappbar am Fahrzeug

In der Stadt zählt jeder Zentimeter: Wer keinen Platz in Garage oder Hof hat, kennt das Problem. Sperrige Heckträger machen das Einparken in enge Lücken zum Nervenspiel. Jedes Mal abbauen, bevor man parkt? Auch keine Lösung. Genau hier setzt Thule mit dem Thule OutPace an. Statt wie üblich nur abzukippen, damit man an die Heckklappe kommt, klappt man ihn am Auto einfach nach oben – 180°-Drehung, und schon ist Platz.

Thule baut seit Jahren erstklassige Fahrrad Heckträger – nicht umsonst hat der Epos unseren Vergleichstest zum besten Fahrradträger für die Anhängerkupplung gewonnen. Aber nicht jeder will über 1.000 € für einen Heckträger ausgeben, weshalb der Thule OutPace folgerichtig als kostengünstigere Variante im Thule-Portfolio landet. Mit einem Preis von 599,95 €, Platz für zwei Bikes und einem Gewicht von 14,36 kg ist er zudem rund 3 kg leichter als der Thule Epos 2 mit 17,12 kg, den unser Schwestermagazin E-MOUNTAINBIKE bereits getestet hat. Aber ist er genauso praktisch wie sein teurer Bruder – oder muss man für weniger Geld auch Abstriche in Kauf nehmen? Wir haben es getestet. Übrigens gibt es für 699,95 € den Thule OutPace auch für 3 Bikes.

Thule OutPace

599,95 €

Technische Daten

Anzahl der Bikes: 2
Gewicht: 14,36 kg
maximale Zuladung: 50 kg

Maße

Schienenabstand: 22 cm
Max. Schienenlänge:122 cm
Max. Reifenbreite: 3"
Packmaß (Länge, Breite, Höhe): 77 cm x 24,5 cm x 70 cm
Abschließbar: ja ;Zulassung für Carbonrahmen: ja

mitgeliefertes Zubehör

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Besonderheiten

Gummischutz am Greifarm
An Kupplungskopf anpassbar

Wie schlägt sich der Thule OutPace Fahrrad Heckträger in der Praxis?

„Out of the Box und ab in den Urlaub?“ – ganz so einfach ist es nicht. Bevor es losgeht, müssen die Halterung fürs Kennzeichen und eine propellerähnliche Rändelschraube zur Fixierung am Kupplungskopf an den Träger geschraubt werden. Mit Blick ins Thule-Erklärvideo ist das Ganze aber eine Sache von fünf Minuten – Werkzeug liegt bei.

Mit seinen rund 14 kg und dem integrierten Griff trägt man den Thule OutPace leichter zum Auto als einen Kasten Bier. Die Montage? Werkzeuglos: auf die Kupplung setzen, den großen „Propeller“ drehen, fertig. Nur darauf achten, dass der Träger nicht schief hängt – sonst wird’s wacklig für die Bikes.

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Montage der Bikes

Doch so stressfrei wie beim Thule Epos 2 läuft die Beladung mit den Bikes nicht. Das Aufklappen funktioniert zwar simpel per Gummizug, aber aufgeklappt sitzen die Schienen höher als beim Thule Epos. Heißt: Die Bikes müssen ordentlich nach oben gewuchtet werden, fast 20 cm höher im Vergleich zum Epos.

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Die Montage des ersten Bikes gelingt noch recht einfach: Greifarmkopf ans Sattelrohr, Ratsche zu – fertig. Top: Der Gummischutz am Ratschenband schont den Carbon-Rahmen. Flop: Bei den Radfixierungen fehlen diese nützlichen Extra-Gummis – so kann es bei Carbonfelgen schnell zu Kratzern kommen. Also am besten hier noch etwas Weiches dazwischen klemmen.

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Die Carbon-Felge muss ohne Gummischutz auskommen …
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… der Carbon-Rahmen zum Glück nicht!

Beim zweiten Bike wird’s dann aber zur veritablen Tetris-Challenge: Den Greifarm sollte man hier, noch bevor das erste Bike erst drauf ist, bereits in die ungefähr benötigte Stellung bringen und die Pedale ausrichten. Unser Tipp: Pedale vor dem Transport ab machen – spart definitiv Nerven.

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Der Schienenabstand von 22 cm wirkt auf dem Papier ausreichend, will man aber zwei Mountainbikes transportieren, wird’s auf dem Thule OutPace eng – oder kuschelig wie auf einem Festival im Zelt. Damit die Bikes sich dann nicht gegenseitig streicheln und der Lack Schaden nimmt, sollte man Abstandshalter wie alte Socken oder Schaumstoff zwischen die Bikes packen. Wer immer dieselben zwei Bikes fährt, kann sich das Setup am besten mit einem Fotos merken und reproduzieren. Wer aber mit Freunden unterwegs ist, die natürlich andere Bikes haben, braucht Geduld – und Zeit.

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Kuschelig wird’s hier! Am besten etwas Weiches dazwischenklemmen, damit beide Bikes unbeschadet davonkommen

Kompatiblität

Zwei E-Mountainbikes bekommt man nach etwas Fummelei auf den Thule OutPace. Der Träger ist bis zu einem Radstand von 1.250 mm freigegeben – bei vielen Mountainbikes ab Größe L wird es also eng – das Specialized Levo 4 passt noch gerade so. Wenn ihr Bikes habt, deren Radstand größer ist als im Typenschein vorgesehen, müsst ihr euch bewusst sein, dass im Falle eines Unfalls die Betriebserlaubnis erloschen sein kann – und ihr in diesem Fall selbst haftet.Rennräder sind dagegen völlig unproblematisch, ihre kürzeren Radstände passen locker. Selbst zwei Slim-Citybikes lassen sich gut transportieren: Lenker und Sattel mussten wir zwar verstellen, aber für den Wochenendtrip an den Bodensee saßen sie sicher und fest.

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Wie an fast allen gängigen Heckträgern für die Anhängerkupplung lässt sich auch der Thule OutPace direkt am Kupplungskopf abschließen, und die Bikes können zusätzlich jeweils am Greifarmkopf gegen Gelegenheitsdiebe verriegelt werden.

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Unbeladen zeigt sich der Thule OutPace praktisch: Er lässt sich einfach wie eine Landkarte zusammenlegen, indem man die Schienen zur Mitte faltet und anschließend wieder am Gummizug zieht und den Träger dadurch hoch klappt. So bleibt er eng am Auto und stört nicht beim Rangieren in engen Parklücken – nice!
Thule hat zudem an alles gedacht: Der Thule OutPace lässt sich auch abklappen, sodass man selbst mit Bikes auf dem Träger noch an die Heckklappe kommt – nice!

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Auch wenn sich die Kennzeichenhalterung im hochgeklappten Zustand nach hinten klappen lässt, darf damit nicht gefahren werden. Zulässig ist die Fahrt ausschließlich dann, wenn der Träger vollständig ausgeklappt und für die Fahrradaufnahme vorbereitet ist.
Der Hintergrund: Thule kann nicht sicherstellen, dass im hochgeklappten Zustand bei allen Fahrzeugmodellen die Rücklichter uneingeschränkt sichtbar bleiben. Wird die Beleuchtung teilweise verdeckt, entspricht das Fahrzeug nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Thule OutPace Fahrrad Heckträger kaufen? Für wen er passt – und für wen nicht!

Der Thule OutPace richtet sich an alle, die ihren Heckträger am liebsten dauerhaft am Auto lassen – und trotzdem noch in enge Parklücken reinwollen. Klingt praktisch, hat aber einen Haken: Im hochgeklappten Zustand darf man nicht fahren. Bedeutet, man muss den Thule OutPace nach dem Ausparken wieder herunterklappen. Ideal ist er für Personen, die meist mit denselben zwei Bikes oder nur einem Rad unterwegs sind. Wer dagegen oft wechselt, braucht etwas Tetris-Skills – und eine Portion Geduld im Gepäck.

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Wichtig: Die Zuladung ist klar begrenzt – 50 kg insgesamt, pro Bike maximal 25 kg. Für schwere E-Bikes wird’s also eng, für leichte E-Bikes oder analoge Räder passt es perfekt. Zusätzlich sollte man den Radstand im Blick haben: Wer große Rahmen mit langem Radstand fährt, etwa bei Mountainbikes, ist mit dem Epos besser bedient.

Fazit zum Thule OutPace

Thule erweitert sein Portfolio mit dem Thule OutPace um einen leichten, kompakten und vergleichsweise erschwinglichen Heckträger. Mit seiner Hochklappfunktion bringt er frischen Wind in die Welt der Kupplungsträger – ein echtes Plus für alle, die sich regelmäßig in enge Parklücken zwängen. Ganz ohne Haken ist das System aber nicht: Im hochgeklappten Zustand darf man nicht fahren. Bedeutet, man muss den Träger nach dem Ausparken wieder herunterklappen. Auch die Beladung erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Wer immer die gleichen Bikes fährt, wird schnell routiniert. Wer dagegen oft wechselt oder Freunde mitnimmt, braucht Geduld – und Tetris-Skills.

Tops

  • platzsparend, wenn man am Auto den Heckträger hochklappt
  • leichter Heckträger

Flops

  • fummelige Montage der Bikes
  • keine Gummierung der Ratschenbänder

Mehr Infos unter Thule.com

Words & Photos: Robin Ulbrich