
Der Name „TARRAN“ lehnt sich an das alte Wort Tarandos an – ein Fabeltier aus der griechischen Mythologie, das aussieht wie ein Rentier. Und weil das TARRAN T1 Pro mit Technologie vollgepackt ist, die wir so noch nie an einem Cargo-Bike gesehen haben, ergibt sich der Spitzname fast von selbst.
Der Ansatz des Unternehmens ist klar formuliert: Das TARRAN T1 soll umweltfreundliche und zugleich prägende Familienmomente ermöglichen. Genau dafür soll das TARRAN T1 auf die Straße. Damit das reibungslos klappt, ist das Cargo-Bike nicht nur mit einem kräftigen Mittelmotor versehen, sondern auch mit Kameras, Stützrädern und vielen cleveren digitalen Funktionen. Dazu später mehr.
Das 7.000 € teure E-Cargo-Bike hat aber noch deutlich mehr auf dem Kasten – und warum wir das Cyborg Rentier nicht mehr hergeben wollten, lest ihr hier!
Was macht das TARRAN T1 Pro Lastenrad besonders?

Das TARRAN T1 Pro ist kein gewöhnliches Cargo-Bike – es fühlt sich eher an, als hätte jemand das Rentier vom Nikolaus in die Zukunft geschickt, ihm ein Tech-Upgrade verpasst und anschließend gesagt: „So, jetzt fliegst du ohne Schnee.“ Was früher ein hölzerner Schlitten war, ist heute ein rollendes Hightech-Gefährt, das mehr Sensoren hat als mancher moderne SUV, dennoch den gleichen Auftrag hat: sicher, stabil und zuverlässig alles zu transportieren, was im Alltag wichtig ist. Kinder, Einkäufe, Apfelkisten oder den halben Nikolaus-Sack.


Das Geheimnis des TARRAN liegt nicht in einem einzigen Feature, sondern in einer ganzen Herde smarter Helferlein, die zusammenarbeiten wie eingespielte Rentiere vor dem Weihnachtsabend. Da wären etwa die elektrifizierten Stützräder: keine nostalgischen Hartplastikrädchen, sondern ein intelligentes System, das wie unsichtbare Elfen Stabilität schenkt, wenn man es am meisten braucht. Im Manövrier-Modus halten sie das Bike kerzengerade, ganz egal, ob zwei Kinder zappeln, der Einkauf schwankt oder das eigene Gleichgewicht noch im Schlafanzug steckt.
Hinzu kommt die vollgefederte Konstruktion – bei Cargo-Bikes nach wie vor eine Seltenheit. Natürlich macht dies das TARRAN T1 nicht zum Mountainbike, aber es soll den Alltag deutlich erleichtern: Unebenheiten werden gedämpft, das Fahrgefühl soll ruhiger und weicher werden.
Der kräftige Mittelmotor schiebt das TARRAN mit 100 Nm voran, als würde es ein Rentier mit Espresso im Blut ziehen. Damit die Kraft dosiert ankommt, reguliert man mit einer stufenlosen Enviolo-Nabe die Übersetzung. Die verbaute Heavy-Duty-Variante kommt mit einem Untersetzungsverhältnis von 380 %. Übrigens setzt das TARRAN auf einen sauberen und wartungsarmen Riemenantrieb – damit entfällt etwa das Ölen der Kette. Nur den Gummi sollte man ab und zu mit einem feuchten Lappen abreiben.

Doch das eigentliche Wunderland öffnet sich, sobald die Elektronik erwacht: Kamera vorne, Kamera hinten, Kinder- und Selfie-Cam, Kollisionswarnung, Display schärfer als manches Smartphone, integrierter Lautsprecher für Alarme oder das obligatorische Rentier-„Tööör“ – das Ding hat wirklich eine Tröte, auch wenn sie eher wie ein Schiffshorn klingt. Gemeinsam bilden sie ein digitales Schutzengel-Team, das nicht nur aufpasst, sondern sogar Beweise liefert, sollte mal ein Grinch am Bike zerren.

Kurz gesagt: Das TARRAN T1 Pro ist ein zukunftsorientiertes Cargo-Bike, das bereits Technologien nutzt, die in einigen Jahren zum Standard werden könnten – ein moderner Schlitten, der zeigt, wohin sich die Kategorie entwickeln kann.
Cyborg-Rentier – Konnektivität auf einem neuen Level
Bevor das Cyborg-Rentier die Zügel aufnimmt, braucht es – wie jedes fleißige Lasttier – frische Energie. Geladen wird entweder direkt am Bike oder über den entnehmbaren 708-Wh-Akku, der geschützt unter der Ladefläche sitzt und sich mithilfe des Akku-Schlosses und der zwei mitgelieferten Schlüssel entriegeln lässt. Wer richtig lange unterwegs sein will, kann das TARRAN T1 Pro sogar mit zwei Akkus fahren. Mitgeliefert wird allerdings nur einer – der Nikolaus hat den zweiten wohl noch im Sack.
Sobald der Akku sitzt, aktiviert man das Cargo-Bike zunächst über die Remote links am Lenker und anschließend per NFC – ganz so, als würde man mit einer magischen Rentier-Marke das Tor zur Zukunft öffnen. Ein kurzer Piepton, und das 5,2-Zoll-Retina-Display leuchtet auf. Alternativ lässt sich das Bike auch über die TARRAN-App koppeln und dann per Smartphone entriegeln.


Ist das TARRAN-Ökosystem zum Leben erwacht, wartet der eigens entwickelte 100-Nm-Mittelmotor auf Kommandos, die über die üppig ausgestattete Remote am Lenker eingehen. Zu Beginn wirkt das Tastenarsenal wie das Cockpit eines Weihnachtsschlittens auf der Überholspur – viel zu drücken, viel zu entdecken. Doch nach kurzer Eingewöhnung sitzt die Bedienung. Klar strukturiert zeigt sich hingegen das 5,2-Zoll-Retina-Display, dessen Menüführung leicht nachvollziehbar ist, sobald die Remote verstanden ist.

Fehlt noch die angesprochene gleichnamige TARRAN-App: Dort versteckt sich das eigentliche Zauberbuch des Cyborg-Rentiers. Hier lassen sich Anfahr-Booster aktivieren, Fahrmodi anpassen und zahlreiche Systemfunktionen steuern. Gleichzeitig speichert das System auf Wunsch die Aufnahmen der integrierten Kameras, auch wenn das Bike im Parkmodus steht. Zusätzlich zu den Kameras ist im Heck ein Sensor angebracht, der von hinten herannahende Objekte ankündigt – egal ob Räder oder Autos.
Die Navigation per App hat in unserem Test noch nicht funktioniert – mit dem Hinweis, dass das Feature bald verfügbar sein soll.
Kurzum: Das TARRAN T1 Pro fühlt sich an, als hätte der Weihnachtsmann seine Werkstatt modernisiert und dem Schlitten eine smarte Kommandozentrale verpasst – zukunftsorientiert, sicherheitsbewusst und mit einem Hauch Magie.
Bahn frei! – Das TARRAN T1 Pro auf der Straße
Eine Dropper-Post an einem Cargo-Bike? Beim TARRAN T1 Pro ist das keine Spielerei, sondern Teil des Komfort-Pakets. Die Höhenverstellung der Dropper-Post erfolgt zwar nicht vom Lenker aus, sondern direkt am Sattel. Bei der mit Funktionen und Tasten vollgepackten Remote verständlich, aber an Ampeln nicht ganz ideal. Gerade bei einem schweren Cargo-Bike möchte man den Fuß möglichst schnell am Boden haben, ohne dabei die Hände vom Lenker nehmen zu müssen. Unser Tipp: eine elektronische Dropper-Post nachrüsten. Bringt zwar einen Knopf mehr ins Cockpit, dafür viel Komfort und mehr Sicherheit im Alltag. Neben der Dropper lässt sich per Schnellspanner auch die Lenkerhöhe zügig anpassen, sodass unterschiedliche Fahrerinnen und Fahrer sich den futuristischen Lastenschlitten schnell zurechtlegen können.
Tuning-Tipp: Eine elektrische Dropper-Post mit Hebel am Lenker, so kann man das Bike noch besser kontrollieren.
Take-Off – Vom Parkmodus in den Flugmodus
Sind Lenker und Sattel eingestellt, wird’s ernst. Ein langer Druck auf die „P“-Taste lässt das TARRAN T1 Pro erwachen: Die Stützräder wechseln aus dem Parkmodus in den Manövrier-Modus, das fühlt sich so TARRAN an, als hätte jemand die Startsequenz eines Hightech-Schlittens aktiviert. Die Stützräder stabilisieren das Bike, halten es sauber in Balance und erlauben präzise die Ausrichtung, bevor man tatsächlich „abhebt“, äh – losfährt.

Ist die Fracht an Bord und man selbst im Sattel, kann man in der App einstellen, ob die Stützräder manuell ausfahren oder ob man erst eine Taste an der Remote drücken muss. Bei letzterem startet automatisch der 30-Sekunden-Anlaufmodus: Wenn man jetzt in die Pedale tritt und los rollt, fahren die Stützräder automatisch ein, während ein ebenfalls einstellbarer Boost das TARRAN noch schneller auf Geschwindigkeit bringt – fast wie ein Rentier-Team, das in den Startlauf übergeht.
Sobald die Stützräder einfahren, gleitet das TARRAN überraschend leichtfüßig über den Asphalt. Der eigens entwickelte Motor arbeitet leise und liefert ordentlich Vortrieb. Die drei Unterstützungsmodi decken den urbanen Alltag locker ab und vermitteln vom ersten Meter an ein vertrauenserweckendes, berechenbares Fahrgefühl.

Nur an sehr steilen Rampen stößt das System an physikalische Grenzen. Nicht wegen des Motors, sondern wegen der Enviolo-Nabe, die unter Volllast im extremen Steilgelände nicht genug Übersetzungsbandbreite bietet. Im Flachland oder moderat hügeligem Terrain spielt das aber kaum eine Rolle und trübt den Gesamteindruck nicht im Geringsten.
Cruisen & Handling – Souverän, stabil und erstaunlich wendig
Beim entspannten Dahingleiten zwischen den Apfelplantagen bei unseren Testfahrten in und um Brixen kommt zwar weniger Weihnachts- und Schlitten-Feeling auf, dafür zeigt die stufenlose Enviolo-Drehschaltung ihre Stärke: So kann man entspannt am Lenker die passende Übersetzung einstellen. Und gerade an Ampeln ist das Zurückdrehen in einen leichten Gang ein kleines Geschenk, und man rollt weich und stressfrei wieder an.
Dank der Doppelzuglenkung fährt sich das TARRAN direkter, als man es von einem so großen Bike erwarten würde. Enge Kehren, knifflige Einfahrten oder verwinkelte Hofeinfahrten meistert es überraschend souverän. Der große Lenkeinschlag lässt das Hinterrad des Bikes fast auf der Stelle wenden. Natürlich reagiert eine Seilzuglenkung anders als die eines klassischen Bikes, mit einer kleinen, aber schnell vertraut werdenden Verzögerung. Nach kurzer Eingewöhnung verschmilzt das Handling mit dem Gefühl, ein überaus gutmütiges Hightech-Rentier zu führen.
Dazu kommen die bereits genannten Features, die das TARRAN jederzeit begleiten. Das Radar erkennt von hinten herannahende Fahrzeuge zuverlässig – beim Fahren mit einer Begleitperson sollte man das akustische Signal jedoch ausschalten, da es sonst bei jedem Annähern der anderen Person auslöst. Die Blinker-Bedienung ist, sobald man die Remote verstanden hat, ebenfalls einfach und zeigt zumindest von vorn klar an, wohin man möchte. Von hinten ist die Position der Blinker jedoch nicht optimal, da man die Lichter teilweise selbst verdeckt.
Hat man sein Ziel erreicht, genügt ein Druck auf den Pfeil nach unten an der Remote, und die Stützräder fahren wieder aus – das funktioniert einwandfrei. Man sollte es nur nicht vergessen, sonst schüttelt es einem die Kiste mit den Äpfeln ordentlich durch.
Sicherheit für die Rentier-Babys – Für wen ist das TARRAN T1 Pro?
Das TARRAN T1 Pro ist für alle, die im Alltag Menschen oder Material sicher und stressfrei transportieren wollen. Besonders Familien profitieren enorm von den Stützrädern, die das lästige Kippmoment vollständig eliminieren. Egal ob Kinder einsteigen, Rucksäcke verrutschen oder das Wochenend-Einkaufspaket zur Seite zieht, das Bike bleibt ruhig wie ein erfahrener Schlittenführer im Schneesturm.
Auch für alle, die vom Auto aufs Cargo-Bike umsteigen wollen, ist das TARRAN eine echte Alternative. Der Platzbedarf ist zwar nicht gering – ein Lastenrad bleibt ein Lastenrad –, aber durch die entnehmbaren Akkus gelingt das Laden selbst dann, wenn keine Steckdose direkt am Abstellort vorhanden ist. Wer genug Stellfläche hat und bereit ist, sich auf die moderne Technik einzulassen, bekommt hier ein Fahrzeug, das einen Großteil des urbanen Alltags mühelos stemmt.
Fazit zum Tarran T1 Pro
Wenn der Weihnachtsmann seine Rentiere eines Tages in den wohlverdienten Ruhestand schickt, hätte das TARRAN T1 Pro gute Chancen, als elektrischer Schlitten-Nachfolger eingestellt zu werden. Die Idee dahinter ist stark: moderne Technologie, die im Alltag wirklich entlastet und Sicherheit spürbar durch die Stützräder erhöht. Gleichzeitig packt TARRAN so viele Features ins Bike, dass es stellenweise fast zu viel des Guten wirkt. Wer sich darauf einlässt, entdeckt jedoch ein Fahrzeug, das durchdacht gebaut ist, erstaunlich souverän fährt und wirklich neue Wege geht.
Tops
- umfassende Konnektivität
- Hightech-Stützräder
- Radar-Funktion
- gute Seilzuglenkung
Flops
- überladene Remote
- Dropper ohne Fernsteuerung am Lenker
- Enviolo-Nabe stößt im extremen Steilgelände an Grenzen
Mehr Information findet ihr unter Tarran.com
Words & Photos: Robin Ulbrich














