Wir haben die spannendsten 15 ½ Dachzelte im direkten Vergleich getestet und dafür 25 Dachzelt-Newbies sowie Jungs und Mädels mit Expertise, zwei Kleinkinder, zwei Hunde und einen Riesenteddy auf legendäre Roadtrips mitgenommen – hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle von uns getesteten Dachzelte.
Das 2020 gegründete Unternehmen Roof Space aus Norddeutschland ist spezialisiert auf Hybrid Dachzelte und bietet bisher zwei Modelle an: das große Roof Space 4 und das von uns getestete Roof Space 2 für zwei Personen. Mit einer Liegefläche von 202 x 133 cm können zwei Personen damit bequem auf Tour gehen. Die Besonderheiten beim Roof-Space-Dachzelt sind die Gasdruckfedern, die ein bequemes Öffnen ermöglichen sollen, sowie die Möglichkeit, einen Teil des Zeltdachs abzuzippen und damit ein Panoramadach zu bekommen. Als Zubehör bietet das Unternehmen vor allem Anbauzelte an, für alle, die länger an einem Ort bleiben möchten und sich damit eine Base einrichten können.

Roof Space 2
3.599 €
Technische Daten
Typ Klappbares Hartschalenzelt
Personen 2
Gewicht 69,7 kg (ohne Leiter)
Abmessungen (geöffnet) 250 x 148 (L x B)
Abmessungen (geschlossen) 156 x 136 x 24 cm (L x B x H)
Innenraumhöhe 123 cm
Matratze
Liegefläche 202 x 133 cm (H.A. 205 x 135 cm) (L x B)
Dicke 7 cm
Material Schaumstoff
Bezug waschbarer Steppbezug, Polyester, Anti-Kondensationsmatte mit Druckknöpfen
Roof Space 2
.
Serienausstattung
Matratze mit Anti-Kondensationsmatte
Alu-Teleskopleiter
4 Federstahlstangen
Schuhtasche
Hilfsgurt zum Öffnen und Schließen
LED-Leiste
Empfohlenes optionales Zubehör
Moskitonetz für Panorama-Modus 150 €
Roof Space 2 Dachzelt: Vorbereitung und Montage aufs Fahrzeug
Wie auch die beiden anderen Hybrid Dachzelte von qeedo und VICKYWOOD kommt das Roof Space Hybrid Dachzelt aufbaufertig mit bereits vormontierten Schienen. Die Montage aufs Autodach selbst ist etwas aufwendig, es sind keine Sterngriffmuttern im Lieferumfang enthalten, sondern selbstsichernde Muttern zum Ratschen. Super, dass die Ratsche gleich mitgeliefert wird.
Die Stahlbügel zum Verschrauben des Zelts am Dachträger sind schwer und robust, allerdings nicht vorgeformt gewölbt für den Dachträger, sondern einfach nur eine unbeschichtete Platte – hier läuft man Gefahr, den Dachträger zu verkratzen. Die knapp 70 kg des Roof Space 2 Dachzelts sind für vier Personen easy zu stemmen.



Auf- und Abbau
Hat man sich die wenigen Schritte für den Aufbau einmal eingeprägt, dann sind beim Roof Space 2 Dachzelt zukünftige Aufbauten kein Problem mehr. Die Aluschale lässt sich dank Gasdruckfeder und anknipsbarem Zugseil mit minimalem Kraftaufwand aufklappen. Danach den Eingang mit zwei Federstahlstangen aufspannen sowie optional die seitlichen Fenster mit je einer Stange für eine bessere Belüftung und Licht. A propos Belüftung: Wie auch beim qeedo Freedom Hybrid im Test ist die 3D-Meshunterlage direkt in der Matratze integriert. Ein Ärgernis beim ersten Aufbau ist, dass die Matratze am Boden des Zeltes mit unzähligen Druckknöpfen befestigt werden muss. Das ist fast unmöglich, denn irgendwo geht immer wieder ein Knopf auf, wenn woanders gezogen wird. Ist aber die Mehrheit der Knöpfe dran, hält die Matratze gut am Boden und das Problem dürfte bei weiteren Aufbauten nicht mehr vorhanden sein. Update: Mittlerweile hat Roof Space hier nachgebessert und Steckverschlüsse statt der Knöpfe verbaut.

Interessantes Detail: Das Roof Space 2 Hybrid Dachzelt hat ein doppeltes Stabilitätssystem: Die Leiter ist im Gegensatz zu den anderen Modellen im Hybrid-Dachzelt-Test kein statisches Element und theoretisch könnte man sie als alleinreisende Person abnehmen und ins Innere ziehen. Gesichert wird das Roof Space Hybrid Dachzelt nämlich sowohl von einem Stahlseilsystem als auch durch die ineinandergreifenden Alu-Grundplatten. Aber Achtung: Den Zug auf die Dachreling sollte man nicht unterschätzen, wenn man nur den freischwebenden Teil belastet.
Beim Abbau kann entweder das Bettzeug oder die Leiter innen bleiben, beides im Inneren zu lassen wird zu eng, denn dann lässt sich die Box nicht mehr schließen. Am besten die Leiter im Auto transportieren. Sehr praktisch beim Roof Space Hybrid Dachzelt: Die Schlaufe, mit der man das Zelt runterzieht, kann fixiert werden, bis das Innere rundum in die Box eingeschoben ist. Insgesamt ist der Auf- und Abbau der leichteste unter den drei Hybrid-Modellen – sofern die Angabe des Herstellers zutrifft, dass Lichtleisten und Verkleidung des Innengestänges bei den neueren Modellen schon ab Werk angebracht sind. Beim Testmodell mussten wir diese nämlich umständlich und unter zahllosen Flüchen um das Innengestänge kletten.



Roof Space 2 Dachzelt im Einsatz
Das Roof Space 2 Hybrid Dachzelt überzeugt mit einem schön hohen Innenraum – wir haben 123 cm ab Matratze gemessen. Das ist mehr als bei den beiden anderen Hybrid-Modellen und macht den Aufenthalt gleich großzügiger. Die Dachfenster sorgen für Helligkeit und ermöglichen nachts entspanntes Sterne-Gucken. Wer es dunkel mag, kann alle Öffnungen zuziehen und in den Dark-Mode gehen. Das LED-Licht innen ist sehr angenehm, allerdings gibt der Schalter kein haptisches Feedback und geht manchmal erst nach zwei- bis dreimal drücken an.

Highlight des Roof Space-Dachzelts ist definitiv die Panorama-Funktion: Man kann über ca. einem Drittel der Liegefläche das Zelt abzippen: Das ist fast so, wie im Freien zu schlafen, nur eben geschützt. Tagsüber kann die Terrassenfläche zum Aufenthalt und Spielen genutzt werden. Wer sich nachts dennoch vor kleinen Blutsaugern schützen möchte, dem empfehlen wir das optionale Fliegennetz für 150 €, speziell für den Panorama-Modus.

Praktisch bei Regen: Die beiden seitlichen Fenster sowie der Eingang haben kleine Regendächer, die man mit Stangen fixieren kann. Leider lässt sich das große hintere Fenster nicht öffnen, so dass man deutlich weniger Durchzug als zum Beispiel beim qeedo Freedom Hybrid 2+ hat.
Beim Stauraum ist noch Luft nach oben: Es gibt zwar eine Schuhtasche, diese war mit zwei Paar größeren Schuhen – in unserem Test Größe 42,5 und 45 – schon so gestopft voll, dass man sie nicht mehr schließen konnte. Die Organizer-Situation im Inneren ist dürftig: Es gibt nur zwei kleine seitliche Taschen. Dafür bietet der Innenraum durch die gewaltige Länge von 250 cm jede Menge Stauraum für Taschen und Klamotten. Schön auch, dass es einige Schlaufen gibt, um z. B. Lampen zu befestigen.


So praktisch die innenliegenden Gasdruckfedern beim Auf- und Abbau sind – im Camping-Einsatz bringen sie einige Nachteile mit sich: Zum einen ist es verschenkter Raum zum Schlafen, zum anderen kann man sich nachts beim Umdrehen leicht an den harten Kanten des unverkleideten Stahls der Scharniere anschlagen. Auch beim Öffnen der Fenster sind sie etwas im Weg – dafür lassen sich aber alle Reißverschlüsse im Roof Space-Dachzelt leicht und smooth öffnen. Innenliegende Federn haben jedoch einen klaren Vorteil: Der Zeltstoff geht über die Wanne, so dass kein Wasser in die Schale gelangen kann.

Beim Schlafkomfort müssen wir leider die „Prinzessin auf der Erbse”-Karte spielen: Für diejenigen, die auf der Seite schlafen, ist die Matratze definitiv zu hart, hier empfiehlt es sich, einen Extra-Topper mitzunehmen.
Für wen und welches Auto passt das Dachzelt?
Man braucht keinen bulligen Geländewagen, um mit dem Roof Space auf große Tour zu gehen. Dank seines schlanken Packmaßes von 156 x 136 x 24 cm und einem Gewicht von unter 70 kg macht es selbst auf kleineren Fahrzeugen eine elegante Figur. Das Roof Space bietet viele Nutzungsmöglichkeiten: von der kuscheligen Höhle bis hin zur offenen Dachterrasse. Für alle, die flexibel und unkompliziert unterwegs sein möchten, ideal.
Das Fazit zum Roof Space 2
Das Roof Space überzeugt mit einfachem Handling und viel Freiraum für Reisende mit verschiedensten Bedürfnissen – vom Frischluftfan bis zum Schlechtwettercamper. Wer gerne selbst entscheidet, wie offen, luftig oder gemütlich es wird, ist hier genau richtig. Wäre da nicht der Preis: Mit 3.599 € liegt das Dachzelt deutlich über den beiden Konkurrenten im Hybrid-Test – und bietet dafür unterm Strich einfach zu wenig Mehrwert. Schade, sonst wäre es unser Favorit gewesen.
Tops
- Dachterrassen-Feeling
- massig Platz für Gepäck und Klamotten im Zelt
- leichter Aufbau
Flops
- Preis
Tipp: Wer auf der Seite schläft: Matratzenauflage kaufen
Mehr Infos gibts unter roofspace.de.
Das Testfeld beim Dachzelt Test 2024 und 2025
Hier gehts zum großen Vergleichstest – 15 ½ Dachzelte fürs Auto im Dachzelt Test
Alle Dachzelte im Test: Front Runner Feather Lite (Zum Test) | Decathlon MH 900 (Zum Test) | Vickywood Cumaru Light 127 ECO (Zum Test) | Yakima SkyRise HD Tent MD (Zum Test) | Qeedo Freedom Air 2 (Zum Test) | Thule Foothill (Zum Test) | Gentle Tent Sky Loft (Zum Test) | Arcta Vento (Zum Test) | Thule Approach M | Intrepid Geo 3.0 (Zum Test) | Naturbummler Alu-Kraftkiste (Zum Test) | Thule Outset (Zum Test) | Naturbummler Flitzer I L (Zum Test) | qeedo Freedom Hybrid 2+ (Zum Test) | VICKYWOOD TEAK 135 (Zum Test) | Roof Space 2
Words: Susanne Feddersen, Felicia Nastal Photos: Jan Fock
