Dieser Artikel ist Teil des Vergleichstests von Lightweight-Dachzelten. Unsere Dachzelt-Kaufberatung und einen Überblick über 15 ½ weitere Modelle findet ihr in unserem großen DOWNTOWN Dachzelt-Vergleichstest.
Inhalt
- OLC Adventure Ultra Light 130 im Test: Wie aufwendig sind Vorbereitung und Dachzelt-Montage?
- Wie aufwendig sind Auf- und Abbau vor Ort?
- Wie bewährt sich das Ultra Light 130 im Einsatz?
- Für wen und welches Auto passt das OLC Adventure Dachzelt Ultra Light 130?
- Fazit zum OLC Adventure Ultra Light 130
Wie auch die Konkurrenz im Lightweight-Vergleichstest, das TentBox GO und das Groenberg WEEKEND, bricht das OLC Adventure Ultra Light 130 mit dem Image der schweren „Dach-Immobilie“. Mit einem Kampfgewicht von nur 38 kg ohne Leiter spielt das 1.300 € teure Dachzelt in einer völlig anderen Liga als der Marktdurchschnitt der Aluminium-Hardtops, der oft bei 75 kg oder mehr liegt. Wie gelingt das dem Hersteller aus Hartenholm in Deutschlands hohem Norden, und was taugt das ultraleichte, flache Dachzelt?
Das Ultra Light, das seit November 2025 den Markt aufmischt, setzt auf Stabilität und Leichtigkeit durch einen maschinell geschweißten Alu-Vierkantrohrrahmen mit zusätzlichen Querstreben. Bei klassischen Alu-Hartschalenzelten wie dem Intrepid GEO 3.0, dem VICKYWOOD CUMARU LIGHT oder dem ARCTA VENTO aus unserem großen Dachzelt-Vergleichstest, schlagen durchgehende Aluminiumplatten enorm aufs Gewicht. Beim Ultra Light 130 und dem breiteren Ultra Light 145 bestehen Deckel und Boden hingegen aus einer Kunststoffwabenstruktur. Sie hat einen ähnlichen Aufbau wie Wellpappe, aber durch die Wabenform ist sie extrem stabil und verwindungssteif.
Mit diesem Ansatz will OLC Adventure gezielt auch Halter:innen von Fahrzeugen mit geringer zulässiger dynamischer Dachlast ansprechen – etwa Kleinwagen oder E-Autos, die oft schon bei 50 kg limitiert sind. Dabei legt der Hersteller aus Schleswig-Holstein den Fokus nicht nur auf das Gewicht, sondern auch auf maximale Alltagstauglichkeit in der Stadt und auf der Autobahn: Mit einer Aufbauhöhe von rekordverdächtigen 13 cm inklusive Schienen gehört das Ultra Light 130 zu den flachsten Dachzelten auf dem Markt. Das „knackt“ fast jede Tiefgarageneinfahrt und sorgt für eine verbesserte Aerodynamik.
Das OLC Adventure tritt im Dreier-Shootout der leichten Dachzelte an gegen das „Taschen-Dachzelt“ Groenberg WEEKEND mit Dropstitch-Boden und das TentBox GO mit Alu-Gestänge. Liefert der Aluminiumrahmen-Ansatz von OLC Adventure das überzeugendere Paket?

OLC Adventure
Ultra light 130
1.300€
Technische Daten
Typ Alu-Kunststoff-Hartschalenzelt
Personen max. 2
Gewicht 38 kg (ohne Leiter)
Abmessungen (geöffnet)
210 x 125 x 120 cm (L x B x H)
Abmessungen (geschlossen)
212 x 131 x 12 cm (L x B x H)
Innenraumhöhe 118 ab Matratze cm
Matratze
Liegefläche 205 x 120 cm
Dicke 3 cm
Material Schaumstoff
Vickywood Vento
.
Serienausstattung
Alu-Teleskopleiter
Matratze
Mesh-Anti-Kondensationsmatte
LED-Beleuchtung 3-farbig und dimmbar für den Innenraum
Teleskop-Aluminiumleiter
BESONDERHEITEN
Konstruktion aus Alurahmen und Kunststoffwabenplatten
OLC Adventure Ultra Light 130 im Test: Wie aufwendig sind Vorbereitung und Dachzelt-Montage?
Zur Vorbereitung für die Montage aufs Fahrzeug müssen nur die Montageschienen an der Unterseite des Zeltbodens angebracht werden. Um Zugang zu den vorgebohrten Löchern zu bekommen, ist es nötig, das Zelt zu öffnen und sich etwas hineinzubeugen. Das geht am besten zu zweit, notfalls aber auch allein. Doch Vorsicht beim ersten Aufklappen: Bei unserem Testmodell flogen uns beim Öffnen erst einmal zahlreiche scharfe Metallspäne entgegen – ein unschöner Gruß aus der Produktion. Das ist nicht nur ärgerlich im neuen Zeltstoff, sondern schlichtweg gefährlich für Augen und Hände. Bevor ihr euch also voller Vorfreude hineinlehnt, solltet ihr das Innere einmal gründlich aussaugen.

Mit Leichtigkeit ist das OLC Adventure-Dachzelt im Test aufs Autodach gehoben. Kein Wunder, dass das im 80-kg-erprobten Test-Team Begeisterungsstürme auslöst: Es ist ein Zigfaches angenehmer, 38 Kilogramm Zelt aufs Autodach zu heben als die wuchtigen Alu-Hardtops aus den Dachzelt-Vergleichstests von 2024 und 25. Diese Eigenschaft teilt sich das Ultra Light im Übrigen mit seinen Konkurrenten im Lightweight-Test. Ein Hinweis zum Gewicht des OLC Adventure-Dachzelts: Der Hersteller gibt 35 kg an für das blanke Dachzelt ohne Schienen, Matratze, Mesh und LED-Leiste. Für uns aber relevant ist, wie viel das Zelt im Zustand wiegt, in dem wir es aufs Dach heben und in dem wir es während der Autofahrt befördern.



Auf- und Abbau vor Ort
Wenn die Sonne bereits untergeht und man eigentlich nur noch ins Bett fallen will, schlägt die Stunde des OLC Adventure Ultra Light: Der Aufbau dieses flachen Dachzelts ist nämlich absolut gechillt. In seiner Grundfunktion ist das Hardtop in unter einer Minute einsatzbereit. Dank der leichtgängigen, hochwertigen Reißverschlüsse lässt sich das Cover in Windeseile öffnen – dann genügt ein kurzer Stups, und die kräftigen Gasdruckfedern erledigen den Rest der Arbeit wie von selbst.
Anschließend wird nur noch die Leiter eingehängt. Ein wertvolles Feature, das das OLC Adventure Ultra Light mit den beiden anderen Leichtgewichten im Shootout teilt: Da die Leiter – anders als bei Faltzelten – kein tragendes Element der Konstruktion ist, kann sie nachts ausgehängt und mit ins Zelt genommen werden. Wer auf erhöhte Sicherheit aus ist oder nachts keinen ungebetenen Besuch wünscht, wird dieses Detail schätzen.

Optional lässt sich an der Front noch das Rainfly bzw. das Sunfly mit Spannstangen aufstellen, um die Aussicht nach vorne in vollen Zügen zu genießen. Selbst inklusive dieses Schritts steht das komplette Setup des OLC Adventure Ultra Light in etwa zwei Minuten. Einziger Wermutstropfen beim Komfort: Die Aluminium-Teleskopleiter verfügt – wie die meisten Modelle in unseren bisherigen Dachzelt-Tests – über keine abgeschrägten Stufen. Das macht den Aufstieg barfuß oder auf Socken zu einer eher schmerzhaften Angelegenheit.
Recht flott läuft auch der Abbau: Nach etwa zwei Minuten sind die Spannstangen eingeholt, das Zelt zusammengeklappt und das Reisecover befestigt. Funktioniert also auch nach einer langen Nacht auf einer Party oder einem Festival – mit oder ohne Restpromille. Die soll dann natürlich vor der Weiterfahrt gegen 0 gehen. Apropos, schaut doch mal bei unseren Tests zu alkoholfreiem Aperol oder alkoholfreiem Weißwein vorbei …

Wie bewährt sich das flache Dachzelt Ultra Light 130 im Einsatz?
Sobald die Gasdruckfedern ihren Dienst getan haben, öffnet sich ein Innenraum, der trotz der klassischen Triangel-Bauweise überraschend luftig wirkt. Die recht große Fensterfront flutet das Zelt mit Licht und bietet – bei aufgespanntem Rain-/Sunfly – einen geschützten Ausblick, selbst wenn das Wetter umschlägt. Mit 210 cm Länge und 120 cm Breite ist das Camp für zwei Personen absolut ausreichend dimensioniert.
Ein echtes Qualitätsmerkmal ist der Zeltstoff: Das Material wirkt nicht nur hochwertig, es ist extrem robust. Es handelt sich dabei um ein ballistisches Gewebe, wie es ursprünglich für den Militärbereich entwickelt wurde. Im Camping-Alltag bedeutet das: sehr hohe Reißfestigkeit. Während herkömmliche Stoffe bei engem Kontakt mit tief hängenden Ästen am Stellplatz oder schroffen Felsvorsprüngen beim Manövrieren schnell an ihre Grenzen kommen, steckt das Material des OLC Adventure Ultra Light solche mechanischen Belastungen souverän weg.


Wie schläft es sich im OLC Adventure Ultra Light?
Wer schon einmal in einem Dachzelt mit innenliegendem Gestänge übernachtet hat, wird dieses Detail schätzen: Im Inneren stört absolut nichts die Nachtruhe. Die Gasdruckfedern sitzen außen und nicht im Zeltinneren, wodurch jeder Zentimeter der Liegefläche effektiv genutzt werden kann. Im direkten Vergleich mit der TentBox GO wird dieser Vorteil deutlich: Obwohl das OLC nominell nur zwei Zentimeter breiter ist, bietet es spürbar mehr Platz für zwei Personen, da keine störende Mittelstange wie bei TentBox das Revier halbiert.
Im direkten Vergleich mit dem Groenberg WEEKEND wird ein weiterer Vorteil deutlich: In puncto Ausstattung verfolgt OLC Adventure einen starken „Full-Package-Ansatz“. Während man bei Groenberg und auch bei anderen Dachzelt-Herstellern oft für jedes Extra zusätzlich zur Kasse gebeten wird, sind die Matratze und die essenzielle 3D-Mesh-Unterlage im Preis von 1.300 € bereits enthalten. Die 3-cm-Matratze ermöglicht die extrem flache Packhöhe, ist aber eher funktional als luxuriös. Während man auf Bauch und Rücken gut gestützt liegt, sollte man als Seitenschläfer:in über eine zusätzliche selbstaufblasende Matratze nachdenken.


Licht, Fenster und die Tücken der Organisation
Was auf den ersten Blick wie eine clevere Lösung erscheint, entpuppt sich im Praxistest teilweise als unpraktisch: An der Dachplatte ist ein großer Organizer inklusive Klarsicht-Tabletfach aufgespannt. Zwar ist es hilfreich, Fächer für Handy und Kopfhörer griffbereit zu haben, die Positionierung ist jedoch nicht zu Ende gedacht. Ein Tablet so zu platzieren, dass man durch das Klarsichtfenster einen Film schauen kann, ist hier schlichtweg nicht möglich. Dieses Feature sollte in künftigen Versionen des flachen Dachzelts an einer sinnvolleren Stelle positioniert werden.
Positiv zu erwähnen sind die zwei Fixierringe für Karabiner (z. B. für Lampen), und die im Lieferumfang enthaltene LED-Leiste ist ein nützliches Extra. Sie leuchtet in verschiedenen Stufen und sorgt für eine angenehme Atmosphäre – auch wenn man kurz probieren muss, wo man sie im Zelt am stabilsten fixiert. Ein kleiner Kritikpunkt sind die Reißverschlüsse der Innenfenster; die liefen in unserem Test gelegentlich etwas hakelig.



Passt das OLC Adventure Ultra Light in die Tiefgarage?
Ein großer Trumpf des OLC Adventure Ultra Light 130 zeigt sich beim Fahren: Mit einer Rekordhöhe von nur 13 cm inklusive Querträger-Schienen ist es eine echte Erleichterung für Alltag und Urlaub mit montiertem Dachzelt. Wo Andere mit Sorge vor 2,00-Meter-Einfahrten bremsen, rollt man mit dem extrem flachen Dachzelt von OLC entspannt hindurch.

Für wen und welches Auto passt das OLC Adventure Dachzelt Ultra Light 130?
Wie seine Mitstreiter im Lightweight-Dachzelt-Shootout ist das OLC Adventure Ultra Light dank seines geringen Gewichts und der kompakten Maße ein echter Allrounder, der auf nahezu jedes Auto passt. Es hat einen breiten Einsatzbereich und ist besonders interessant für …
- … Roadtrip-Nomaden: Wer täglich den Standort wechselt – so wie wir beim großen DOWNTOWN Roadtrip –, spart dank Gasdruckfedern und Aufbau in unter einer Minute massiv Zeit und Nerven.
- … Paare und kleine Familien: Die 120 cm Liegebreite sind dank außen liegender Gasdruckfedern vollständig nutzbar, und der faire Full-Package-Preis kommt vielen entgegen.
- … Tiefgaragen-Parker:innen: Mit 13 cm Aufbauhöhe sind Einfahrten von Parkhäusern und Tiefgaragen meist kein Problem mehr.
- … Overlanding-Fans mit Fokus auf Robustheit und geringes Gewicht
Fazit zum OLC Adventure Ultra Light 130
Ultraleicht, ultraniedrig, ultrapraktisch. Im Dreier-Shootout der leichten Dachzelte ist das Ultra Light 130 unser klarer Favorit, der mit Qualität und seinem durchdachten Konzept voll und ganz überzeugt. Doch nicht nur im Lightweight-Vergleichstest punktet das Dachzelt: Das Ultra Light bringt alle Vorteile eines schnell aufbauenden Alu-Hartschalenzelts mit, wiegt dabei nur halb so viel und ist auch mindestens halb so teuer. Somit muss sich die schwergewichtige Konkurrenz warm anziehen. Das Rennen um Platz 1 unter den Hartschalenzelten ist eröffnet!
Tops
- konsequente Alu-Leichtbauweise
- extrem niedrige Aufbauhöhe von 13 cm
- hohe Verarbeitungs- und Materialqualität
- Aufgebaut in unter einer Minute
- umfangreiche Ausstattung
Flops
- Metallspäne aus der Produktion im Zeltinneren
- Laptopfach unbrauchbar
Mehr Infos gibts unter olc-adventure.de.
Das Testfeld beim Dachzelt Test 2024 und 2025
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Words: Felicia Nastal Photos: Tim Eckermann
