Wie viel Innovation und Stauraum kann man auf minimalem Platz unterbringen? Das i:SY Cargo P12 ZR will Kompaktheit, Wendigkeit und viel Stauraum in einem Lastenrad vereinen. Dabei setzt es neben cleveren Detaillösungen auf die innovative Pinion MGU E1.12 mit 800-Wh-Akku. Wird die Konkurrenz von der hohen Innovations- und Stauraumdichte erschlagen?

i:SY Cargo P12 ZR | Pinion MGU E1.12/800 Wh
45 kg in Größe One Size | 7.530 € | Hersteller-Website

Platz ist in den Städten von heute knapp, die Mietpreise überschlagen sich und Parkplätze sind Mangelware. Die Städte sind auf clevere Ideen und neue Ansätze angewiesen. Genau hier kommt die Bike-Brand i:SY ins Spiel: Mit ihren Kompaktbikes wollen sie den Menschen das Leben leichter machen und einen breiten Einsatzbereich im urbanen Umfeld abdecken. Dafür gibt es die verschiedensten Modelle, vom leichten i:SY Skyfly aus Carbon, über die schnellen Speed-Modelle mit bis zu 45 km/h, bis hin zu den Packeseln der Cargo-Serie. Mit dem i:SY P12 ZR-Lastenrad wollen die Kölner auf minimalem Platz maximalen Nutzen erzeugen und es soll sich wie alle Bikes der Brand auch unter Beladung flink und wendig durch den Verkehr steuern lassen. Angetrieben wird es von der innovativen Pinion MGU E1.12 in Kombination mit einem 800-Wh-Akku und ist ab 6.999 € zu haben. Unser Testbike mit Zubehör schlägt mit 7.530 € zu Buche, das ist ein gutes Stück über dem Durchschnittspreis im Testfeld, der bei 6.536 € liegt. Mit seinen knapp 45 kg ist es das leichteste Long-John-Lastenrad im Vergleichstest, mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 200 kg bleiben noch 157 kg für die Zuladung übrig.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Cargo-Bike – Die 12 heißesten Bikes im großen Vergleichstest.

Verwandlungskünstler – Was macht das i:SY Cargo Lastenrad besonders?

Vergleicht man das i:SY P12 ZR mit den anderen Cargo-Bikes, wirkt es sehr kompakt. Auch beim Blick auf die nackten Zahlen ist es im Vergleich zu den anderen Long-John-Modellen mit 2,18 m mit Abstand das kürzeste. Beim Design setzen die Kölner von i:SY auf Bekanntes und bauen den Alu-Rahmen mit runden Rohren und den typischen dreieckigen Akzenten. Vor allem der hintere Teil wirkt wie ein normales Kompaktrad von i:SY, vorne vor dem Lenker wurde der Rahmen um die Cargo-Plattform erweitert, um Platz für die Güter zu schaffen. Der Rahmen ist in schickes Weiß getaucht, das lässt die restlichen schwarzen Anbauteile am Lastenrad hervorstechen.

It’s a match
Der kraftvolle Pinion-Motor bietet in Kombination mit der breiten Übersetzung die perfekte Einheit für steile Anstiege, selbst unter voller Beladung.
Fernseher
Das große FIT-Display kommt nicht nur mit vielen Funktionen, sondern sitzt auch gut ablesbar im Sichtbereich des Fahrers direkt auf dem Vorbau.
Verwandelbar
Durch die klappbare Butterfly Bag lässt sich das i:SY Cargo in ein „normales” Bike verwandeln und nimmt in der Garage weniger Platz in Anspruch.

Für 6.999 € bekommt man das Bike mit einem Grundgestell und einem Gepäckträger am Heck, zum richtigen Lastenrad wird es jedoch erst durch die optionalen Erweiterungen im i:SY-Shop. Unser i:SY-Cargo-Bike ist mit einer aufklappbaren Transporttasche, der sogenannten Butterfly Bag, für zusätzliche 530 € ausgestattet. Sie besteht aus einem Metallgestänge, das mit einem robusten Stoff überzogen ist. Die Butterfly Bag lässt sich so in Sekundenschnelle und mit wenigen Handgriffen zusammenklappen.
Die hohe Funktionalität der Transporttasche muss jedoch Abstriche in ihrer Größe machen, denn das Hauptfach kommt nicht an die Größe der anderen Long Johns im Lastenrad Test heran. Zwei Sprudelkisten passen nicht auf die Grundfläche der Butterfly Bag, mehr Stauraum bietet nur der größere Bruder, das i:SY Cargo Maxi mit einer verlängerten Grundfläche von 60 cm statt 40 cm. In der Butterfly Bag sind zusätzlich kleine Taschen eingenäht, um auch kleine Dinge wie Schlüssel oder Geldbeutel verstauen zu können. Alternativ zur klappbaren Lösung bietet i:SY auch eine Holzbox (320 €) mit Einstieg und Sitzfläche für die Kids oder nur eine flache Ladefläche (35 €) für das Cargo P12 ZR an. An der Front lässt sich über dem Hauptfach ein Frontträger für 110 € anschrauben. Die Gepäckträger an der Front und am Heck kommen beide mit der MonkeyLoad Ready-Funktion, mit der sich verschiedenes Zubehör wie z. B. der Thule Yepp Nexxt Maxi-Kindersitz (150 €) mit wenigen Handgriffen und werkzeuglos befestigen lässt. Egal, ob damit in den Garten cruisen, den Stöpsel zum Kindergarten bringen oder den Wocheneinkauf erledigen, das i:SY kommt mit einem variablen Transportkonzept, allerdings nur, wenn man zusätzlich nochmal etwas Geld investiert und das nackte Cargo-Bike auf seine Bedürfnisse anpasst.

Für Groß und Klein
Durch den verstellbaren Sattel und Lenker lässt sich das i:SY ganz ohne Werkzeug in Sekundenschnelle an verschiedene Fahrer anpassen und kann von der ganzen Familie genutzt werden.
Anker
Die kraftvollen TRP-Bremsen bringen das i:SY Cargo auch unter voller Beladung noch sicher zum Stehen.

Formschön in den Rahmen integriert, ist die Pinion MGU E1.12, die das i:SY Cargo antreibt. Die Motor-Getriebe-Einheit vereint Motor und Schaltgetriebe in einer Einheit und punktet mit einem geringen Wartungsaufwand. Der kraftvolle Motor mit 85 Nm Drehmoment wird durch einen 800-Wh-Akku gespeist, der typisch i:SY leicht zugänglich zwischen Sattelrohr und Hinterrad verbaut ist. So kann man den Stromspeicher entspannt in der Wohnung laden und ist durch einen Schlüssel vor Diebstahl gesichert. Das große Display zeigt neben den nötigsten Informationen, wie Geschwindigkeit, Akkustand oder Fahrstufe, auch den eingelegten Gang an oder gibt im Winter sogar Glatteiswarnungen. Dabei sitzt es gut ablesbar im Sichtbereich und lenkt nicht ab. Über die FIT E-Bike-App lassen sich auch Navigationshinweise mit Pfeilen auf dem Display anzeigen, einen rudimentären Straßenverlauf, wie bei der Navigationslösung auf einem Bosch Kiox 300/500-Display, bietet FIT hingegen nicht an. Nur die etwas klobige FIT-Remote ist in der Bedienung durch den Joystick etwas gewöhnungsbedürftig.

i:SY Cargo P12 ZR

7.530 €

Ausstattung

Motor Pinion MGU E1.12 85 Nm
Akku FIT CompactCore 800 800 Wh
Display FIT Comfort
Fork Original i:SY-Starrgabel
Sattelstütze i:SY Alu
Bremsen TRP C 2.3 180/180 mm
Schaltung Pinion MGU E1.12 1x12
Lenker i:SY Alu 670 mm
Laufradsatz RYDE Andra 40 Disc 20"
Reifen Schwalbe Pick Up, Super Defense 2,35"

Technische Daten

Größe One Size
Gewicht 45 kg
Zul. Gesamtgewicht (zGG) 200 kg
Max. Zuladung (Fahrer) 155 kg
Ständeraufnahme ja

Besonderheiten

Fuxon-Lichtanlage
MonkeyLoad-Gepäckträger
ABUS-Rahmenschloss

Tuning-Tipp: gefederte Sattelstütze

Cargo-Bike oder City-Bike? – Das i:SY Cargo Lastenrad im Praxistest

So gut wie jeder kennt es: Auch wenn das Haus, die Wohnung oder die Garage noch so groß sein mag – Platz kann man nie genug haben. Dank der schmalen Bauweise durch den klappbaren Korb hält sich der Platzbedarf des i:SY Cargo P12 ZR in Grenzen und man wird nicht unbedingt vor die Wahl gestellt, entweder das Auto oder das Lastenrad in der Garage zu parken, sondern bringt je nach Größe beide Fahrzeuge unter. Mit den klappbaren Faltrad-Pedalen lässt sich das i:SY sogar fast zwischen den Seiten eines Buchs verstecken ;). Mit 45 kg ist es das leichteste Long John im Lastenrad Test und lässt sich deutlich leichter rangieren als die größeren Modelle. So schafft man es kratzerfrei auch zwischen den eng parkenden Autos durch und der Nachbar lädt euch weiterhin zu seinen Grillpartys ein. Teilt man das i:SY Cargo mit der Familie oder den WG-Mitbewohnern, lässt sich der Sattel und der Lenker mit wenigen Handgriffen und werkzeuglos an verschiedene Fahrergrößen anpassen und versprüht beim Fahren bequemes Hollandrad-Feeling. Aufsteigen fällt dank dem tiefen Durchstieg leicht und das i:SY Cargo punktet mit einem einfachen Hop-on/Hop off-Gefühl, wenn man auf dem Markt von Stand zu Stand cruist. In Sachen Komfort kann es allerdings nicht mit den besten Lastenrädern, wie dem vollgefederten R&M Packster2, mithalten. Die Stöße, z. B. beim Überrollen von Bordsteinkanten, werden durch das massive Sitzrohr vor allem hinten an den Fahrer stärker weitergeleitet und auch die für i:SY typischen kleinen 20”-Reifen vorne und hinten bieten nicht das beste Überrollverhalten – hier empfehlen wir eine gefederte Sattelstütze für besseren Fahrkomfort.

Einfach, einfacher, i:SY – das i:SY Cargo lässt sich kinderleicht und im Handumdrehen an jegliche Fahrergröße anpassen.

Durch die geringen Ausmaße des i:SY behält man in Engstellen den Überblick und steuert das Lastenrad präzise durch Gassen.
Steile Anstiege erklimmt man leicht und ohne viel Kraftaufwand, auch unter Beladung.

Dafür fährt sich das i:SY deutlich agiler und wendiger als das Riese & Müller Packster2, Winora F.U.B. oder der Cannondale Wonderwagen und sorgt so für hohen Fahrspaß. Auch für Cargo-Bike-Einsteiger ist es bereits nach einer kurzen Eingewöhnung intuitiv zu steuern und folgt vorhersehbar allen Lenkbefehlen. Durch den kurzen Radstand hat man eine gute Übersicht nach vorne und schlängelt sich ohne große Mühe auch durch enge Gässchen in der Altstadt oder um die Eisenpfeiler des Eiffelturms. So ein Cargo-Bike mit voller Beladung will auch gebremst werden. Hier gehen die Entwickler keine Kompromisse ein und verbauen kraftvolle TRP-Bremsen, die das i:SY-E-Bike auch unter hohen Geschwindigkeiten sicher zum Stehen bringen. Hügeliges Terrain ist für das i:SY Cargo kein Problem und dank des kraftvollen Pinion-Motors mit 85 Nm Drehmoment und hoher Bandbreite des integrierten Getriebes meistert man selbst die steilsten Anstiege problemlos. Auch Schalten unter Last lässt das Getriebe ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen. War man im miesesten Schmuddelwetter unterwegs, muss man nach der Fahrt den Riemen nicht ölen, wie es bei einer herkömmlichen Kette üblich ist, sondern man kann sich direkt mit einem heißen Getränk in das nächste Café setzen. Hierfür lässt sich das i:SY Cargo durch das ABUS Ring Lock gegen Langfinger sichern. Zusätzlich bietet der E-Bike-Systemintegrator FIT über die App noch einen digitalen Schlüssel an, mit dem man das Motorsystem sperren kann. Klappt man dann noch den Korb vorne zusammen, weil man ohne Gepäck unterwegs ist, verwandelt sich das i:SY zu einem entspannten Commuter-Bike, mit dem man beinahe wie auf einem normalen Fahrrad durch die City pendeln kann – Fahrfreude pur.

Das i:SY Cargo P12 ZR versprüht hohen Fahrspaß und lässt sich schnell und leichtfüßig durch enge Gassen steuern – und das selbst für Cargobike-Neulinge.

Helm Dashel Ocaean Edition | Jacke Carhartt Relaxed Fit Duck Blanket Lined Detroit | Hose Carhartt WIP Newel Pant | Schuhe Reebok Classic CLUB C 85 Leather

Für wen ist das i:SY Cargo Lastenrad? Und für wen nicht?

Das i:SY Cargo ist kein Riesentransporter. Aber alle, die keine riesige Ladefläche brauchen und auf der Suche nach einem platzsparenden und wendigen Cargo-Bike sind, finden im i:SY einen guten Partner. Mit dem wartungsfreundlichen Antriebssystem bietet dieses Bike zudem eine sorgenfreie Fahrt für alle, die lieber mehr Zeit auf dem Bike verbringen, statt es zu pflegen. Diejenigen, die Ladungen in Überbreite transportieren oder ein Fahrzeug für ihre Spedition suchen, greifen besser zum Riese & Müller Packster2.

Fazit zum i:SY Cargo Lastenrad

Das i:SY Cargo P12 ZR ist zwar nicht der Transportweltmeister und das günstigste Bike in unserem Lastenrad Test, dafür ist es kompakt, durchdacht, funktional und äußerst charmant. Es kommt mit einem cleveren und platzsparenden Transportkonzept und das Pinion-Motorsystem passt perfekt zum Einsatzzweck. Das i:SY Cargo ist der ultimative Begleiter für Pendler und Alltagsabenteurer, die nicht nur den täglichen Weg zur Arbeit bewältigen wollen, sondern auch den Wocheneinkauf spielend leicht meistern möchten.

Tops

  • praktisches und kompaktes Raumwunder
  • wartungsfreundliches Motorsystem
  • agiles und intuitives Handling
  • charmantes Design

Flops

  • eingeschränkter Sitzkomfort
  • logisch: eingeschänkte Transportkapazitäten

Mehr Informationen findet ihr unter isy.de


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Cargo-Bike – Die 12 heißesten Bikes im großen Vergleichstest

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Words: Mike Hunger Photos: Antonia Feder, Robin Schmitt