Mein Pferd kämpft. Es versinkt im Schlamm. Ich sehe die Erschütterung in seinen Augen. Es gibt auf. Panik kommt in mir auf. Fuck, was habe ich da nur getan? Warum bin ich nicht den anderen Weg gegangen oder zumindest auf der Route geblieben?

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Mein Renntagebuch für Pass Of Tears – eines der härtesten Pferderennen der Welt – hätte nicht beschissener anfangen können. Es ist Tag 1 und alles was mir durch den Kopf schießt ist: gib jetzt bloß nicht auf – keep going.

Ich hatte die Kühnheit, 7 Monate vor diesem 10-Tage-Rennen durch die wildesten Winkel Patagoniens meine erste Reitstunde zu nehmen. Und damit genau 7 Monate Zeit, um nicht nur Reiten zu lernen, sondern alles andere was zu einem solchen Abenteuer auch dazu gehört – draußen im Schnee schlafen, Selbstversorgung, Karte- & Kompass lesen und mir zu überlegen, wie ich mit nur einem T-Shirt an meinem eigenen Gestank nicht ersticken sollte. Dass es noch viel krasser wurde, als ich mir das je hätte vorstellen können, lest ihr in dieser Ausgabe.

Und damit sind wir auch schon beim Thema dieser Ausgabe. Für die meisten Dinge im Leben kann man gar nicht bereit sein. Man muss sie einfach machen. Bei DOWNTOWN sind wir gerne Anfänger. Wenn du dich fragst: „Wie zur Hölle soll ich das nur machen?“ weißt du, dass du auf der richtigen Spur bist. Dieses Jahr habe ich mich das so häufig wie noch nie gefragt. Und mich in die unterschiedlichsten Abenteuer gestürzt. Das Ziel? Ich will mir nicht nur neue Fähigkeiten aneignen und neue Perspektiven gewinnen, sondern eine der stärksten Fähigkeiten entwickeln. Das Unbekannte, die Unsicherheit und das Neue meistern – wenn man lernt, damit umzugehen, kann man alles schaffen. Dann geht man dort weiter, wo die meisten irgendwann aufgeben.

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Keine Frage: erste Male sind häufig beschissen. Chester, der American Airline-Pilot sitzt gemütlich neben mir. Wir hatten uns vor weniger als 30 Minuten kennengelernt, kurz gequatscht und ohne mich nach Ausweis oder sonstigem zu fragen hat er mich direkt in die Cessna 172 S verfrachtet. Ich saß noch nie in einem Kleinflugzeug, noch weiß ich, wie diese Dinger fliegen. Und das wollte Chester mir auch gar nicht sagen. Just in dem Moment, als wir vom Municipal Airport Auburn in Nordkalifornien abheben, drückt er mir das Steuer in die Hand und sagt mit seiner tief-amerikanischen Stimme: „So Robin, du fliegst jetzt zum Marysville Airport – und dort übst du deine 3 ersten Landungen. Alleine natürlich. Ich bin da, wenn du mich brauchst. Aber du schaffst das“. Vergeblich hoffe ich darauf, dass da noch mehr aus den Bose-Kopfhörern kommt. Kommt aber nicht. Funk-Ende.

Ich versuche ruhig zu bleiben. Meine Freundin sitzt auf der Rückbank. Mutig, denke ich mir. Dass sie das mitmacht. Später sagt sie, dass ich richtig ruhig gewirkt habe. Das war ich auch irgendwie – auch wenn mir der Angstschweiß kalt den Rücken runter lief. Ich hatte nämlich keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte. Ich weiß nicht, ob es der Wind oder meine zittrige Hand ist, die das Flugzeug mehrmals beim Landeanflug verschiebt. Ich komme unsanft auf dem Asphalt. Die Cessna bounct wie ein Flummi nochmal in die Luft und kommt 50 Meter weiter hinten wieder auf den Boden. „Awesome, you did great!“ Bevor ich die Erleichterung am Boden spüren kann, schiebt Chester neben mir wieder den Gashebel hoch – und wir heben ab. Für die nächste Runde….

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Szenenwechsel von Kalifornien nach Finnland:
„Fuck. Schon wieder. Ich sehe nur noch, wie meine Windschutzscheibe im Schnee versinkt. „Stoooop“ – hastig greife ich zum Walkie-Talkie und rufe zum siebten Mal heute: Ich stecke fest. Ich hatte mich für ein Rallye-Training auf Eis beim deutschen Rallyemeister Armin Schwarzer angemeldet. Wenig Porsche-Polish auf breiten Strecken, sondern enge verwinkelte Kurse mit Höhenprofil, miesen Schikanen und Rallyespikes auf modifizierten Toyota Yaris GR. Es ist Tag Zwei. Gestern hatte ich echt keine Ahnung. Fabio – Armins Sohn und aktiver WRC2-Rallyefahrer gibt mir Anweisungen per Funk „du musst vor der Kurve bereits die Kurve gefahren sein und das Auto so anstellen, wie du nach der Kurve herausfahren willst“. Ich fühle mich maximal überfordert. Wie soll ich das machen? Die Kurve ist doch eine Kurve. Und auch wenn er mir die Theorie zu vermitteln versucht, kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Also steigt er ein, fährt es mir vor, lässt mich es fühlen, sehen und wechselt dann auf den Beifahrersitz, um mich zu coachen. 1 Tag später

Man kann noch so viele Bücher lesen, noch so viele Masterclasses online buchen – Gewisse Dinge muss man erlebt haben, um sie zu verstehen. Da bringt die beste Theorie der Welt nichts. Man muss es anwenden können.

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Es gibt so viele Träume. Meist sind es Produkte, die wir wollen von denen wir träumen. Oder erzählt bekommen haben, davon zu träumen: Ein Auto, ein Bike, eine Espresso-Maschine oder das Dachzelt, was uns die große Freiheit oder Erfüllung versprechen wollen. Doch viel entscheidender als ihr Besitz ist, was man damit macht. Wer will schon der „All-the-Gear-No-Idea“-Guy sein?

In dieser Ausgabe findet ihr natürlich auch zahlreiche Vergleichstests – von Siebträgermaschinen, über eine neue Generation an Dachzelten bis hin zu Plattenspielern und persönlichen Lieblingsprodukten: und diese sind super wichtig. Denn es gibt nur eine Sache, die noch frustrierender ist, als seine Moneten in das falsche Produkt zu investieren – nämlich es dann gar nicht oder nicht richtig zu nutzen.

Für mich ist genau das der springende Punkt: die besten Produkte sind nur so gut, wie man sie zu nutzen weiß. Neue Skills zu lernen verlangt mehr Aufwand, mehr Mut und verursacht mitunter auch Ängste. Und das ist auch gut so! Denn das ist der Indikator, dafür ob wir aus unserer Komfortzone rauskommen. Oder stecken bleiben.
Auch Magazine dürfen nicht stehen bleiben. Vor allem nicht in einer Zeit, in der KI jeden Tag mehr Content produziert und gleichzeitig alles austauschbarer wirkt. Die meisten Brands verkaufen Produkte. Manche verkaufen sogar Träume. Doch nur wenige helfen ihren Kunden tatsächlich dabei, diese auch zu erleben.
Genau darin sehen wir eine riesige Marktlücke und die nächste große Chance, die bisher niemand wirklich adressiert. Nicht mit noch mehr Zeug. Nicht mit noch mehr Content. Sondern mit einzigartigen Erlebnissen, die Fähigkeiten, Mindset, Perspektiven und Selbstvertrauen verändern.

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Klassischer Luxus war lange Zeit Besitz. Das nächste Auto. Die nächste Uhr. Das nächste Objekt, das Erfolg symbolisiert. Doch was Menschen wirklich als wertvoll empfinden, verändert sich gerade grundlegend. Nicht mehr nur Dinge, sondern Fähigkeiten. Erinnerungen. Erfahrungen. Das Gefühl, etwas gemeistert zu haben, das einem zuerst unmöglich erschien. Früher ging es vor allem darum, Dinge zu besitzen, die andere nicht haben. Heute geht es immer mehr darum, Dinge zu erleben, die man sich sonst nicht trauen würde.

Genau deshalb arbeiten wir gerade an etwas Neuem. Nicht an der nächsten klassischen Consumer Brand, sondern an einer Plattform, die Menschen dabei helfen wird, über sich hinauszuwachsen – in kuratierten Kooperationen mit den besten Outdoor Brands. Wenn ihr Lust habt, Teil davon zu werden, schreibt mir an robin@41publishing.com

Denn am Ende ist jedes Produkt nur so gut, wie das Leben, das man damit führt. Und genau dort wollen wir mit DOWNTOWN hin: weg vom reinen Konsum, hin zu dem, was jede und jeder gerne machen möchte: geilen Scheiss und seine Träume leben!

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Auch wir könnten ewig warten, bis alle Zweifel und Ängste weg sind oder wir uns bereit fühlen – aber dann werden wir es nie machen. Die Kunst ist, die Dinge trotzdem zu machen. Des nennt sich Abenteuer – und je mehr man sich darin übt, desto besser wird man. Ihr seht: das Leben will gelebt werden. Also worauf warten wir?

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Gründer & Chefredakteur
Robin Schmitt

Words: Robin Schmitt Photos: diverse

Wer schreibt hier?

Robin Schmitt
CEO & Founder

Robin ist einer der zwei Verlagsgründer und Visionär mit Macher-Genen. Während er jetzt – im strammen Arbeitsalltag – jede freie Sekunde auf dem Bike genießt, war er früher bei Enduro-Rennen und ein paar Downhill-Weltcups erfolgreich auf Sekundenjagd. Nebenbei praktiziert er Kung-Fu und Zen-Meditation, liebt Classic Cars, spielt Cello, bereist fremde Länder und testet noch immer zahlreiche Bikes selbst. Progressive Ideen, neue Projekte und große Herausforderungen – Robin liebt es, Potenziale zu entdecken und Trends auf den Grund zu gehen.

DOWNTOWN Magazine

DOWNTOWN ist ein unabhängiges digitales Magazin für alles Aufregende, was in deinem Leben passiert. Wir sind wie unsere Leser:innen: selbstbewusst, progressiv und neugierig. Bei uns dreht sich alles um das „Good life“ – von High-End-Bikes und Pizzaöfen bis hin zu den coolsten Gadgets, vom Dachzelt bis zur Siebträgermaschine.

Unsere Redaktion greift auf das Fachwissen der Teams von ENDURO, E-MOUNTAINBIKE und GRAN FONDO zurück und bündelt jahrelange Testpraxis, Marktkenntnis und technische Expertise. Alle Produkttests entstehen transparent und auf Basis nachvollziehbarer, praxisnaher Kriterien. In unseren hauseigenen Bildern legen wir viel Wert auf Ästhetik – schon 2012 haben wir in Metropolen wie Shanghai und St. Tropez mit einer einzigartigen Bildsprache neue Maßstäbe gesetzt. 

DOWNTOWN steht für journalistische Qualität, authentische und ehrliche Kaufberatung und bietet damit Orientierung und Inspiration zugleich. Es erscheint auf Deutsch sowie Englisch und erreicht eine internationale Leserschaft.