Espresso unterwegs – ohne Kocher, ohne Kessel, ohne Barista-Setup? Die selbstaufheizende Camping-Espressomaschine OutIn Nano verspricht für 149,99 € Komfortkaffee aus einem Gerät im Thermosflaschenformat. Klingt praktisch – aber wie viel Espresso steckt wirklich drin?

Dieser Testbericht ist Teil unseres Vergleichstests der besten Camping-Kaffeemaschinen, in dem wir 8 unterschiedliche Konzepte – vom klassischen Herdkännchen bis zur elektrischen Mini-Siebträgermaschine – gegeneinander antreten lassen. Hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle Camping-Kaffeemaschinen im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Erster Eindruck: Design, Material & Haptik
  2. OutIn Nano im Test: Wie funktioniert die Camping-Espressomaschine im Alltag?
  3. Für wen ist die OutIn Nano geeignet?
  4. Hält die Camping-Espressomaschine im Test, was sie verspricht?
  5. Fazit
  6. Das Testfeld beim Camping-Kaffeemaschinen-Test

Als die OutIn Nano 2023 auf der Bildfläche erschien, war sie nicht die erste selbstaufheizende, tragbare Espressomaschine. Dennoch wurde die US-Marke zum Hype, denn sie steht für ein klar verständliches Versprechen: besseren Kaffee für unterwegs mit One-Button-Bedienung, ein cleanes Design im Thermosflaschenformat und die Aussicht auf eine Zubereitung ohne Kocher, Kessel oder großes Barista-Ritual.

Die OutIn Nano tritt im Test als selbstaufheizende Camping-Espressomaschine an und bewegt sich damit in derselben Kategorie wie die IKAPE K2 Pro und die Handpresso E-Presso. Trotzdem ist sie keine Mini-Siebträgermaschine für Feintuning-Fans wie die IKAPE, sondern klar auf Komfort ausgelegt: Der Hersteller wirbt mit simpler Bedienung, kurzer Aufheizzeit und leistungsstarkem Akku. Die 630 g schwere Nano fasst bis zu 80 ml Wasser und ist für gemahlenen Kaffee ebenso wie für Kaffeekapseln geeignet.

Doch wie viel echter Espresso steckt hinter diesem Komfortversprechen – und wo stößt die OutIn Nano im Test an ihre Grenzen?

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OutIn Nano | 149,99 € | 630 g | Hersteller-Website
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OutIn Nano

149,99 €

Technische Daten

Konzept elektrische tragbare Espressomaschine
Brühdruck bis zu 20 bar (Herstellerangabe)
Gewicht 630 g
Maße 23,7 x 7,1 cm (H x B)
max. Wasser-Füllmenge 80 ml
max. Kaffee-Füllmenge ca. 6–8 g im kleinen Standardsieb bzw. Filterkorb-Set; optionaler Basket Plus: 16–18 g laut Hersteller
Laden USB-C; kompatibel mit 12-V-/24-V-Auto- und USB-Ladegeräten

Lieferumfang (Basisversion)

OutIn Nano Espressomaschine
Kaffeebecher (gleichzeitig Schutzkappe für Transport)
Kapseladapter
Siebträger für gemahlenen Kaffee
Kaffeelöffel
USB-C-Kabel

Erster Eindruck: Design, Material & Haptik

Dass die OutIn Nano den Espresso unterwegs so zugänglich wie möglich machen will, zeigt schon ihr Design: clean, kompakt und selbsterklärend. Sie erinnert eher an eine moderne Thermosflasche und fügt sich dadurch schon beim Auspacken vor unserem inneren Auge problemlos in unterschiedlichste Settings ein, vom Van über die Zugreise bis zum Konferenzraum. Hochwertig verarbeitet ist die OutIn Nano ebenfalls: Der Tank der Camping-Espressomaschine ist aus Edelstahl gefertigt, das Gehäuse liegt gut in der Hand und besteht aus haptisch ansprechendem ABS-Kunststoff. Aus Kunststoff ist allerdings auch der Siebträger – und damit nicht im High-End-Bereich angesiedelt wie etwa die IKAPE K2 Pro. Mit 625 bis 630 g Gewicht – abhängig von der Nutzung mit Kapsel oder Pulver – ist die OutIn Nano im Test die leichteste der selbstaufheizenden mobilen Espressomaschinen.

OutIn Nano im Test: Wie funktioniert die Camping-Espressomaschine im Alltag?

Bedienbarkeit, Brüh-Workflow & Kontrolle

Die OutIn Nano spielt ihre Stärken nicht im Feintuning aus, sondern im Alltag. Während die IKAPE K2 Pro mit App, Preinfusion und Barista-Zubehör bewusst näher an die Siebträgermaschine rückt, setzt die Nano auf einen deutlich niedrigschwelligeren Ansatz, was die Komplexität der Kaffeezubereitung betrifft. Die größte Stärke der Camping-Espressomaschine des Herstellers aus den USA ist der selbstaufheizende Mechanismus, der die Zubereitung sehr vereinfacht. Anders als bei AeroPress, Bialetti, Flair oder 9Barista braucht man keinen Kocher und kein separat erhitztes Wasser: Die Nano übernimmt das selbst und liefert den Espresso anschließend mit angenehmer Trinktemperatur in die Tasse. Ein wenig Barista-Feeling lässt sich aber auch mit der Nano erzeugen: Genau wie bei der Mitbewerberin aus China, der Handpresso E-Presso, kann man mit einer eigenen Handmühle mit dem Mahlgrad experimentieren, statt fertig gemahlenen Kaffee zu benutzen. Einen Test zur Campingversion der Comandante X25 Handmühle findet ihr übrigens auch bei uns.

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Kaffee für unterwegs ist mit der OutIn Nano einfach zu haben: Pulver oder Kapsel in den Adapter, Wasser Marsch …
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… Knopf drücken, warten.

Gerade mit Kapseln funktioniert das unkompliziert und konstant – allerdings nur, wenn man Kapseln der Marken verwendet, die laut OutIn-Website kompatibel sind. Im Test zeigte sich nämlich ein gravierender Unterschied zwischen No-Name-Anbietern und bekannteren Marken: Bei Letzteren funktionierte die Perforation der Alukapseln recht gut, sodass sich das heiße Wasser durchaus seinen Weg durch die Löcher in der Kapsel bahnen konnte. Andere Kapselprodukte erwiesen sich im Test als völlig unbrauchbar, da ihre Form offenbar so stark vom Original-Nespresso-Design abweicht, dass die Nano nur eine Handvoll Löcher durchstechen konnte. Entsprechend mies war der Kaffee.

Und bei gemahlenem Kaffee? Der Pulvermodus passt zwar besser zu OutIns Anspruch, „besseren Kaffee unterwegs” zu liefern, wird durch das 6- bis 8-g-Standardsieb mit 35 mm Durchmesser aber spürbar limitiert. Denn Espressoqualität entsteht nicht nur durch Druck, sondern vor allem durch ein möglichst gleichmäßig extrahiertes Kaffeebett. Kleine, einfache Siebe mit wenig Kaffeepulver bieten dafür weniger Spielraum: Der Puck ist flacher, die Kaffeemenge gering und die Extraktion deutlich sensibler. Deshalb liefert die Nano im Basis-Setup eher einen kleinen, einfachen Espresso als einen Barista-Wettbewerbs-Shot. Genau hier wird verständlich, warum OutIn zusätzlich den Basket Plus anbietet: Mit größerem, einwandigem Siebeinsatz, Tamper, Dosierer und Verteilwerkzeug rückt die Nano näher an einen volleren Espresso heran – und damit auch näher an die IKAPE K2 Pro.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum OutIn diesen besseren Siebkorb nicht direkt serienmäßig verbaut, sondern ihn für 39,90 € lediglich als Zubehör bereitstellt. In der kompletten Konfiguration hätte die Nano ihre Chance auf den Testsieg deutlich erhöht, auch wenn sie sich damit ein Stück von ihrem besonders simplen Basis-Workflow entfernen würde.

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Links die Perforation mit Nespressokapsel: während diese für einen guten Durchfluss ausreicht, zeigt die OutIn Nano im Test große Schwächen bei Kapseln von weniger bekannten Anbietern.

Wie praktisch ist die OutIn Nano im echten Camping-Alltag?

Im echten Camping-Alltag sammelt die OutIn Nano vor allem dort Punkte, wo Platz gespart werden muss und die Zubereitung möglichst einfach bleiben soll. Für Vanlife, Roadtrips und Campingplatz passt das Konzept daher richtig gut: Die Maschine ist kompakt, selbsterklärend und braucht keine zusätzliche Heißwasserquelle. Auch die Reinigung bleibt unkompliziert: Kapsel raus oder Sieb ausspülen – und das war’s.

Bei mehreren koffeinbedürftigen Personen stößt die Nano allerdings wie die meisten Camping-Espressomaschinen an Grenzen. Pro Durchgang entsteht ein kleiner Single Shot Espresso – die Mitbewerberin von IKAPE schafft immerhin einen Doppio. Wer nacheinander mehrere Espressi beziehen will, muss entsprechend Zeit einplanen. Mit heißem Wasser aus dem Kocher verkürzt sich die Zubereitung zwar deutlich, dafür verliert die Nano dann aber einen Teil ihres größten Vorteils: die Unabhängigkeit von einer externen Heißwasserquelle. Und wie bei allen Akku-Maschinen gilt: Auf längeren Trips braucht ihr irgendwann eine Stromquelle.

Für wen ist die OutIn Nano geeignet?

Die OutIn Nano richtet sich an alle, die unterwegs möglichst unkompliziert einen kleinen Espresso trinken wollen – ohne großes Zubehör und ohne Barista-Workflow –, es sei denn, sie holen sich diesen bewusst durch das extra Zubehör dazu. Besonders gut passt die Camping-Espressomaschine zu Vanlife, Roadtrips, Campingplatz, Ferienwohnung, Hotelzimmer oder Büro. Wer dagegen mit Mahlgrad, Druckprofil und Extraktion spielen möchte, ist bei IKAPE, Flair oder 9Barista besser aufgehoben.

Hält die Camping-Espressomaschine im Test, was sie verspricht?

Teilweise. Als kompakte Komfortlösung überzeugt die OutIn Nano mit einfacher Bedienung und selbstständigem Aufheizen. Beim Espresso selbst setzen das kleine Standardsieb und die eingeschränkte Kapselkompatibilität jedoch klare Grenzen, und erst mit dem optionalen Basket Plus schöpft sie ihr Potenzial mit gemahlenem Kaffee besser aus.

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Unterschiedliche Ansprüche an die Espresso-Qualität zeigen die beiden Konkurrentinnen im Test allein schon anhand der Siebgröße. Links die IKAPE K2 Pro mit 58-mm-Sieb, rechts die Nano mit 35 mm.

Fazit

Die tragbare Espressomaschine überzeugt als kompakte Komfortlösung für unterwegs: Sie ist leicht, einfach zu bedienen und bereitet Espresso ohne Kocher oder separate Heißwasserquelle zu. Das kleine Standardsieb limitiert jedoch die Espressoqualität, und nicht jede Kapsel funktioniert in der Nano zuverlässig. Mit dem optionalen Basket Plus holt sie deutlich mehr aus gemahlenem Kaffee heraus. Ideal für Roadtrips, Vanlife und alle, die unkomplizierten Espresso höher gewichten als Barista-Feintuning.

Tops

  • sehr einfacher Workflow ohne Herd und Kocher
  • mehrere Brühmöglichkeiten – auch mit Kapseln kompatibel
  • kompakt, leicht verständlich und reisetauglich
  • im Test die leichteste selbstaufheizende Espressomaschine

Flops

  • kleines Standardsieb limitiert die Espressoqualität
  • konstruktionsbedingt nicht für alle Kapselprodukte geeignet
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Mehr Infos gibt’s bei OutIn.

Dieser Artikel ist Teil unseres Coffee Specials, in dem wir euch alle getesteten Produkte, spannende Erkenntnisse und wertvolle Einblicke rund um das Thema Kaffee präsentieren. Neugierig? Dann schaut rein!

Euer Fokus liegt auf tragbaren Espressomaschinen? Wir hatten auch schon die Wacaco Picopresso im Test.


Das Testfeld beim Camping-Kaffeemaschinen-Test

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Alle Camping-Kaffeemaschinen im Test: AeroPress Go Plus | Bialetti Moka Express | Ciarra BloomBox | Flair 2GO | Handpresso E-Presso | IKAPE K2 Pro | 9Barista Stovetop Espresso Machine Mk.2 | OutIn Nano

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Words: Felicia Nastal Photos: Tim Eckermann

Wer schreibt hier?

Felicia Nastal
Communication Specialist

Felicia Nastal verbindet bei 41 Publishing akademisches Textverständnis mit Begeisterung für technische Lifestyleprodukte. Als staatsexaminierte Germanistin mit über zehn Jahren Erfahrung im Lehramt verantwortet sie für das DOWNTOWN Magazin fundierte Einzel- und Vergleichstests. Dabei macht sie komplexe Features verständlich und zeigt den praktischen Mehrwert auf – insbesondere in den Bereichen Espressokultur, technisches Camping und Lifestyle-Produkte. Neben ihrer redaktionellen Arbeit übernimmt sie bei 41 Publishing zentrale Aufgaben in der SEO- und GEO-Optimierung sowie in der Herstellerkommunikation.

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