Dieser Testbericht ist Teil unseres Vergleichstests der besten Camping-Kaffeemaschinen, in dem wir 8 unterschiedliche Konzepte – vom klassischen Herdkännchen bis zur elektrischen Mini-Siebträgermaschine – gegeneinander antreten lassen. Hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle Camping-Kaffeemaschinen im Test.
Inhaltsverzeichnis
- Erster Eindruck: Design, Material & Haptik
- 9Barista Espresso Machine im Test: Wie funktioniert die Camping-Espressomaschine im Alltag?
- Hält die Camping-Espressomaschine im Test, was sie verspricht?
- Fazit
- Das Testfeld beim Camping-Kaffeemaschinen-Test
Die 9Barista Espresso Machine Mk.2 sieht aus wie ein klassisches Herdkännchen für den Campingkocher – ihr Anspruch ist jedoch ein völlig anderer. Statt Mokka zuzubereiten, liefert sie mithilfe einer patentierten Zweikammer-Konstruktion echten Espresso – ganz ohne Strom oder Akku. Im Kern arbeitet die Maschine mit einem Doppelboilersystem: Im unteren Boiler wird Wasser erhitzt, während ein zweiter, darüberliegender Boiler Druck und Brühtemperatur konstant hält. Sobald die Zielwerte erreicht sind, fließt das Wasser mit rund 9 bar durch das Kaffeepulver und extrahiert den Espresso.

Dass dieses ungewöhnliche Konzept funktioniert, hat bereits die 9Barista Mk.1 im Test unseres Schwestermagazins ENDURO eindrucksvoll bewiesen. Mit der Mk.2 bleibt das patentierte Brühprinzip unverändert. Laut Hersteller flossen stattdessen zahlreiche Detailverbesserungen in Materialqualität, Haltbarkeit und Bedienkomfort ein. Wer tiefer in die Technik eintauchen möchte, findet im ausführlichen ENDURO-Test alle Hintergründe.
Bleibt die entscheidende Frage: Rechtfertigt die 9Barista Espresso Machine Mk.2 ihren Preis von 570 € auch im Camping-Alltag? Wir haben die Herd-Espressomaschine auf dem Gaskocher getestet.
9Barista Stovetop Espresso Machine Mk.2
ab 570 €
Technische Daten
Konzept Herd-Espressomaschine
Brühdruck 9 bar (Herstellerangabe)
Gewicht 1.860 g
Maße 18,3 x 17 cm (H x B), 9 cm breit ohne Handgriff)
max. Wasser-Füllmenge 120 ml
max. Kaffee-Füllmenge 17–20 g
Lieferumfang Basisversion
9Barista Espresso Machine Mk.2 (Standard)
53-mm-Tamper
Heat Transfer Plate oder Induktionsadapter (je nach gewählter Herdart)
Ersatz-Boiler-O-Ring
Ersatz-Sicherheitsring
Bedienungsanleitung
Erster Eindruck: Design, Material & Haptik
Aus einiger Entfernung könnte man die 9Barista Espresso Machine noch für einen besonders edlen Edelstahl-Mokkakocher halten. Spätestens beim zweiten Blick verschwindet dieser Eindruck aber. Eine ungewöhnlich hohe, gestufte Silhouette, viele präzise gefertigte Metallteile und ein schmaler „Schornstein” an der Spitze erinnern eher an ein feinmechanisches Laborgerät oder eine kleine Dampfmaschine. Spätestens, wenn man die tragbare Espressomaschine in die Hand nimmt und ihr stattliches Gewicht von knapp 1.900 g spürt, wird klar: Das hier ist keine Kaffeekanne, sondern eine ganz andere Nummer.
9Barista Espresso Machine im Test: Wie funktioniert die Camping-Espressomaschine im Alltag?
Bedienbarkeit, Brüh-Workflow & Kontrolle
Wer von einer elektrischen Camping-Espressomaschine oder einer klassischen Bialetti kommt, muss umdenken. Die 9Barista verlangt deutlich mehr Aufmerksamkeit: Der Mahlgrad muss fein und gleichmäßig sein, die Kaffeemenge sollte stimmen und auch beim Tampen lohnt sorgfältiges Arbeiten. Wer bereits Erfahrung mit einem Siebträger hat, findet sich schnell zurecht. Einsteiger brauchen dagegen ein paar Versuche, bis alle Parameter zusammenpassen. Gewöhnungsbedürftig für die meisten dürfte aber das hohe Gewicht der Mk.2 sein, die mit 1,9 kg wirklich schwer in der Hand liegt. Besonders Personen mit weniger Muskelkraft fiel das Hantieren mit der 9Barista Espresso Machine im Test deutlich schwerer als mit anderen Camping-Espressomaschinen.



Der eigentliche Brühvorgang ist dagegen überraschend entspannt. Ist die Maschine befüllt und auf dem Kocher platziert, übernimmt das patentierte System den entscheidenden Teil der Arbeit. Je nach Kochertyp kommt dabei entweder die mitgelieferte Heat Transfer Plate oder der Induktionsadapter zum Einsatz. Beide sorgen dafür, dass die Wärme kontrolliert in die Maschine gelangt und das Brühprinzip zuverlässig funktioniert. Das integrierte Ventilsystem reguliert den Druck automatisch und gibt den Espresso erst dann frei, wenn die optimalen Bedingungen erreicht sind. Je nach Kocher und Flammenleistung vergehen etwa 3 bis 6 Minuten, bis der erste Tropfen oben ins Kännchen gepresst wird und Espressoduft in die Nase steigt.
Wie praktisch ist die 9Barista Espresso Machine Mk.2 im Test im echten Camping-Alltag
Die 9Barista ist keine Maschine für den schnellen Kaffee zwischen Zeltabbau und Abfahrt. Mit knapp 1,9 kg bringt sie mehr Gewicht auf die Waage als alle anderen Espressomaschinen im Test und verlangt zusätzlich nach einem Campingkocher. Für Bikepacking oder minimalistisches Trekking ist sie damit kaum die erste Wahl. Wer sie im Gepäck hat, braucht eigentlich keine Kettlebell mehr ;). Im Camper, Wohnmobil oder auf dem Campingplatz spielt das Gewicht dagegen eine deutlich kleinere Rolle.

Ist der Espresso zubereitet, braucht die Maschine zunächst Zeit oder fließendes kaltes Wasser zum Abkühlen, bevor sie sich wieder sicher öffnen lässt. Wer mehrere Personen nacheinander mit Kaffee versorgen möchte, braucht deshalb etwas Geduld. Die Reinigung selbst ist unkompliziert: Kaffeesatz entfernen, die Metallteile mit Wasser ausspülen und wieder zusammensetzen. Elektronik, Akku oder empfindliche Bauteile, die unterwegs Probleme bereiten könnten, gibt es nicht. Genau diese kompromisslose Mechanik dürfte viele 9Barista-Fans auch nach Jahren noch überzeugen.
Hält die Camping-Espressomaschine im Test, was sie verspricht?
Ja. Die 9Barista Espresso Machine liefert im Test genau das, was der Hersteller verspricht: echten Espresso vom Campingkocher. Der Preis erkauft dabei keine zusätzliche Bequemlichkeit, sondern ein außergewöhnlich durchdachtes Brühprinzip, hochwertige Materialien und eine überzeugende Espressoqualität. Wer genau das sucht, wird von der 9Barista kaum enttäuscht.
Fazit
570 € sind viel Geld – aber für die richtige Zielgruppe ergibt dieses Ingenieursstück erstaunlich viel Sinn. Die 9Barista Espresso Machine Mk.2 ist keine Camping-Espressomaschine für den schnellen Koffeinkick, sondern für alle, die auch unterwegs kompromisslos guten Espresso zubereiten möchten. Der aufwendigere Workflow, das hohe Gewicht und der Preis machen sie zur Spezialistin. Wer genau das sucht, findet kaum ein faszinierenderes Espresso-Gadget für unterwegs.
Tops
- ausgeklügeltes Brühsystem
- hochwertige Verarbeitung und langlebige Materialwahl
Flops
- hohes Gewicht kann Nutzungsfreude einschränken
Mehr Infos gibt’s bei 9Barista.
Dieser Artikel ist Teil unseres Coffee Specials, in dem wir euch alle getesteten Produkte, spannende Erkenntnisse und wertvolle Einblicke rund um das Thema Kaffee präsentieren. Neugierig? Dann schaut rein!
Euer Fokus liegt auf tragbaren Espressomaschinen? Wir hatten auch schon die Wacaco Picopresso im Test.
Das Testfeld beim Camping-Kaffeemaschinen-Test
Alle Camping-Kaffeemaschinen im Test: AeroPress Go Plus | Bialetti Moka Express | Ciarra BloomBox | Flair 2GO | Handpresso E-Presso | IKAPE K2 Pro | 9Barista Stovetop Espresso Machine Mk.2 | OutIn Nano
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Words: Felicia Nastal Photos: Tim Eckermann
Wer schreibt hier?
Felicia Nastal
Communication Specialist
Felicia Nastal verbindet bei 41 Publishing akademisches Textverständnis mit Begeisterung für technische Lifestyleprodukte. Als staatsexaminierte Germanistin mit über zehn Jahren Erfahrung im Lehramt verantwortet sie für das DOWNTOWN Magazin fundierte Einzel- und Vergleichstests. Dabei macht sie komplexe Features verständlich und zeigt den praktischen Mehrwert auf – insbesondere in den Bereichen Espressokultur, technisches Camping und Lifestyle-Produkte. Neben ihrer redaktionellen Arbeit übernimmt sie bei 41 Publishing zentrale Aufgaben in der SEO- und GEO-Optimierung sowie in der Herstellerkommunikation.
