Dieser Testbericht ist Teil unseres Vergleichstests „7 Siebträgermaschinen im Test – Was ist die beste Siebträgermaschine für zuhause?“, für den wir Modelle von 300 € bis 6.000 € unter die Lupe genommen haben – von kompakter Einsteigerfreundin bis hin zum High-End-Barista-Traum. Mit dabei: Latte-Art-Versuche, verbrannte Finger und jede Menge Koffein im Blut. Hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle Siebträgermaschinen im Test.
Im Testfeld gehört die ZURIGA E2-S zu den Puristinnen. Sie spielt nicht in der Liga der Feature-Gigantinnen wie Sanremo YOU oder La Marzocco Linea Micra, sondern setzt auf das Gegenteil: Schweizer Ingenieurskunst, feine Haptik und kompromisslose Einfachheit. Ihre Modellgeschichte ist schnell erzählt: Die E2 ist das Basismodell und fokussiert sich ausschließlich auf Espresso – pur, präzise, reduziert. Die ZURIGA E2-S, auch Generation 2, genannt, erweitert dieses Konzept um eine Dampffunktion, mit der auch Cappuccino und Latte-Art möglich sind. Damit öffnet sie sich einer größeren Zielgruppe, bleibt aber dem minimalistischen Konzept treu: zwei Knöpfe, keine App, kein Display.
Die Marke ZURIGA ist ein junges Zürcher Designlabel, das seit einigen Jahren mit seiner klaren Formensprache und Manufakturqualität für Aufsehen sorgt. Die E2 ist ihr Erfolgsmodell – eine Maschine, die eine lässige Kombi aus Schlankheit, Simplizität und Stilgefühl in die Küchen minimalismustreuer Kaffeemenschen bringt. Mit 1.890 € ist sie preislich im oberen Mittelfeld angesiedelt, bietet aber das, was andere oft vergessen: Ruhe, Stil und Präzision. Ob sie im kaffeeduftenden Alltag überzeugt, zeigt unser Test.

Maße 23 x 17 x 31 cm | Hersteller-Website
ZURIGA E2-S
1.890 €
Technische Daten
Bauart Einkreiser, Dickfilmheizer
Maße 23 x 17 x 31 cm (L/T x B x H)
Tankgröße 700 ml
Boiler Heißwasser/Dampf – –
Boiler Kaffeewasser – –
Gewicht 8,7 kg
Lieferumfang
Siebträger mit Holzgriff (Nussbaum)
Einer- und Zweierauslauf
Einer- und Zweiersieb
Blindsieb
Tamper
Milchkännchen
Barista-Tuch
ZURIGA E2 Generation 2 im Test – Wie lebt sich’s mit der Siebträgermaschine?
Zahlen und Specs sind das eine, aber wie schlägt sich die ZURIGA E2-S im Alltag? Von Haptik über Workflow bis hin zum ersten Cappuccino nehmen wir euch mit in den Praxistest.
Feeling: Design, Material & Haptik
Kennt ihr dieses Gefühl inniger Zuneigung, das manche Besitztümer aus einem hervorbringen? Welches bewirkt, dass man abends beim Schlafengehen nochmal kurz nachschauen möchte, ob sie auch wirklich noch da sind? Die E2 Generation 2 ist imstande, dieses Gefühl in ihren Besitzer:innen zu wecken. Chromstahl, Holz, Glas – die ZURIGA ist mehr Designerstück als Haushaltsgerät und spricht ästhetische Seelen an.
Ihr Look erinnert an die legendären Bauhaus-Werkstätten und den Schweizer Funktionalismus: klare Linien, formale Ehrlichkeit, jedes der reduzierten Elemente hat seinen Zweck. Das Gehäuse aus Chromstahl und eloxiertem Aluminium schimmert seidenmatt, der Griff aus Nussbaum liegt angenehm warm in der Hand, der handgefertigte Wassertank aus Laborglas wirkt wie aus einem Architekturmodell übernommen. Aus Nussbaum ist auch der schlichte Deckel, der den Tank lose abdeckt und sich wunderbar an die kleine Tassenablage anschließt. Eine Maschine, der man noch „Gute Nacht und bis Morgen!“ zuflüstern möchte.



Hinzu kommt ein sehr angenehmes Handling: Mit nur 23 x 17 x 31 cm ist die ZURIGA E2 Generation 2 im Test die kleinste Maschine, aber mit ihrem stattlichen Gewicht von 8,1 kg steht sie gefühlte 20-mal stabiler als die etwas größere Konkurrentin im Testfeld, die De’Longhi Dedica Duo EC. Während diese beim Einspannen rutscht, bleibt die ZURIGA E2 Generation 2 im Test stoisch wie ein Schweizer Granitblock. Hier wackelt nichts, hier sitzt alles. Sie ist das Design-Pendant zu einer Le Corbusier-Villa – kompakt, minimal, perfekt proportioniert.
Aufheizzeit & Workflow
Espresso in unter zwei Minuten? Kein Problem. Wirklich. Die Stärke der ZURIGA liegt im unfassbar schnellen Start: Im Test zeigte der beleuchtete Bezugsknopf bereits nach 38 Sekunden Einsatzbereitschaft an, der Hersteller nennt 90 Sekunden als Zielmarke. Damit ist die ZURIGA E2 Generation 2 eine der schnellsten Maschinen überhaupt auf dem Markt. Bei der Einkreiser-Maschine gelingt der Wechsel von Espresso- auf Dampfbetrieb in gerade einmal zwei Sekunden. Während Dualboiler wie die Sanremo YOU noch meditativ vorheizen, ist die ZURIGA längst fertig mit dem ersten Shot. Wer morgens halb wach ist und einfach nur Kaffee braucht, bekommt ihn, bevor der Toaster fertig ist – anschalten, mahlen, Espresso. Und das Beste: Auch nach mehreren Bezügen bleibt sie dank PID-Temperaturregler konstant – keine Nachheizpausen, kein merklicher Temperaturdrift.
Möglich macht dieses Rekordtempo eine bestimmte Technologie: Statt das Wasser in einem Boiler vorzuheizen, erhitzt ein Dickfilmheizer die benötigte Menge an Brühwasser direkt beim Durchlaufen. Ein zweiter Dickfilmheizer bringt die Brühgruppe und den Siebträger blitzschnell auf Temperatur. Das ist effizient – es beschert der Maschine auch das Energieeffizienzlabel A –, platzsparend und macht die ZURIGA E2 Generation 2 extrem alltagstauglich. Für den schnellen Workflow und auch mal einen spontanen Kaffee zuhause ist die ZURIGA kaum zu schlagen. Sie ist die Maschine, die man morgens einschaltet, sofort einen Espresso zieht und gleich genießen kann.
Einkreiser, Dickfilmheizer & Co. – Was ist das eigentlich?
Überfordert mit diesen ganzen technischen Begriffen? Einen Überblick über die wichtigsten Technologien im Siebträgermaschinen-Game findet ihr im Hauptartikel unseres Vergleichstests.
Bedienbarkeit und Einstellungsmöglichkeiten
Zwei Knöpfe, kein Display, null Ablenkung. Während viele Maschinen im Test mit Funktionen überladen sind, geht die ZURIGA den entgegengesetzten Weg. Die zwei Knöpfe steuern alles – An/Aus und Espresso/Dampf. Keine App, kein Display, keine Menüs. Das ist Purismus in Reinform und hebt sie deutlich von Maschinen wie der Bezzera DUO DE oder Sanremo YOU ab, die mit PID-Reglern, Brühprofilen und verschachtelten Menüs ganze Handbücher füllen.


Doch auch Simplizität will gelernt sein: Der Bezugsknopf ändert seine Funktion, wenn man die Dampflanze nach außen bewegt – er wird vom Espresso- zum Dampfknopf, begleitet von einer Lichtänderung von Weiß auf Gold. Ohne Anleitung irritiert das zunächst. Hat man es aber einmal verstanden, geht es in Fleisch und Blut über. Genau wie bei einem Apple-Produkt steht hinter der Einfachheit eine Logik, die erst im Gebrauch klar wird.
Das bedeutet aber auch: Es gibt keine Spielereien. Keine Volumetrik wie bei den Maschinen von De’Longhi, Bezzera und Sanremo, kein individuelles Profiling, keine Temperaturwahl. Die ZURIGA E2 Generation 2 richtet sich nicht an Menschen, die gern an Parametern schrauben, sondern an jene, die morgens schlicht einen guten Espresso wollen – schnell, schön und zuverlässig.
Wie läuft’s mit Kaffee und Schaum?
Set & forget – die ZURIGA liefert Espresso mit dichter Crema, sattem Körper und klarer Struktur. Dank besagtem Dickfilmheizer gibt es keine Wartezeiten zwischen mehreren Bezügen oder zwischen Espresso und Milchschaum. Zwei PID Regelkreise sorgen für Temperaturstabilität. Und anders als bei der De’Longhi Dedica, die mit ihrem doppelwandigen Sieb eher Einsteigerkaffee fördert, erlaubt die ZURIGA E2 Generation 2 ein ernstzunehmendes Espresso-Erlebnis auch für hellere Röstungen und feinere Mahlgrade.

Beim Milchschäumen zeigt sich die technische Grenze: Die Dampflanze startet zunächst etwas schwach, liefert dann aber ordentlich nach. Nach kurzer Verzögerung produziert sie feinporigen, cremigen Schaum, heiß genug für Cappuccino, ohne die Gefahr verbrannter Milch oder Finger. Damit liegt die ZURIGA E2 Generation 2 im Test über Einsteigergeräten, kommt aber nicht an die konstanten Profi-Ergebnisse von Dualboilern wie der La Marzocco Linea Micra heran.
Negativ fällt die Geräuschkulisse auf: Die Vibrationspumpe produziert beim Bezug ein metallisches Schnarren, beim Schäumen kommt ein deutlich hörbares Klopfen dazu. In einer stillen Küche wirkt das irritierend – gerade weil die Maschine sonst so edel auftritt. Vielleicht könnte hier eine schlichte Unterlegmatte helfen, um zumindest die Vibrationen etwas abzufangen. Ein Heißwasserbezug fehlt ebenfalls, wer Americano oder Tee trinken möchte, geht bei der ZURIGA E2 Generation 2 leer aus.
Für wen ist die ZURIGA E2 Generation 2?
- Design-Liebhaberinnen und Minimalisten, die Form und Funktion gleichermaßen schätzen
- alle, die morgens einen Espresso ohne Warten wollen
- kleine Küchen, in denen Platz Mangelware ist
- Plug-&-Play-Fans, die keine Lust auf Menüs und Apps haben
Nicht geeignet ist sie für Freund:innen von Americano, für Nerds, die an Temperatur, Druck oder Flow herumspielen wollen, und auch nicht für die Gastronomie. Hier geht’s nicht um maximale Kontrolle, sondern um stilvollen Genuss im Alltag.
Hält die Siebträgermaschine im Test, was sie verspricht?
ZURIGA verspricht einen Espresso in Barista-Qualität ohne langes Warten – und genau das liefert die E2-S. Die Bedienung ist unkompliziert, die Aufheizzeit rekordverdächtig und die Espressoqualität überzeugt selbst erfahrene Kaffeefans. Auch das Versprechen von Langlebigkeit und Materialqualität erfüllt sie: Edelstahl, Aluminium und Glas statt Plastik, dazu ein durchdachtes Bedienkonzept ohne überflüssige Technik. Grenzen zeigt die E2-S dort, wo andere mit Power punkten – bei Dampfleistung und Einstellmöglichkeiten. Doch das ist Teil ihres Konzepts: weniger Tuning, mehr Zen.
Fazit
Die ZURIGA E2-S ist die Stilistin unter den Siebträgermaschinen. Sie beweist, dass weniger nicht nur mehr, sondern schöner sein kann. Hochwertige Materialien, intuitive Bedienung, Espresso ohne Warten – das alles verpackt in ein Gehäuse, das aussieht, als käme es direkt aus einer Bauhauswerkstatt. Die ZURIGA E2 Generation 2 verkörpert Designliebe, Minimalismus, Qualität und Lebensgenuss und damit genau unsere Werte bei DOWNTOWN – unser Kauftipp.
Tops
- Rasend schnelle Aufheizzeit
- Energieeffizient (Label A)
- Sehr hochwertige Verarbeitung
- Extrem kompakt, passt in jede Küche
Flops
- Recht laute Vibrationspumpe, metallisches Schnarren
- Schwächere Dampfleistung als Dualboiler

Mehr Infos gibt’s bei ZURIGA.
Dieser Artikel ist Teil unseres Coffee Specials, in dem wir euch alle getesteten Produkte, spannenden Erkenntnisse und wertvollen Einblicke rund um das Thema Kaffee präsentieren. Neugierig? Dann klickt hier!
Das Testfeld beim Siebträgermaschinen-Test
Hier geht’s zum großen Vergleichstest
Alle Siebträgermaschinen im Test: Bezzera DUO DE | De’Longhi Dedica Duo EC 890.M | La Marzocco Linea Micra | LIGRE youn | Olympia Express Mina | Sanremo YOU | ZURIGA E2-S
Words: Felicia Nastal Photos: Jan Fock
