Dieser Testbericht ist Teil unseres Vergleichstests „7 Siebträgermaschinen im Test – Was ist die beste Siebträgermaschine für zuhause?“, für den wir Modelle von 300 € bis 6.000 € unter die Lupe genommen haben – von kompakter Einsteigerfreundin bis hin zum High-End-Barista-Traum. Mit dabei: Latte-Art-Versuche, verbrannte Finger und jede Menge Koffein im Blut. Hier geht’s zur Kaufberatung und zum Überblick über alle Siebträgermaschinen im Test.
In unzähligen Küchen gehört sie längst zur Grundausstattung: Wer den Weg von Kapselmaschine, Vollautomat oder Herdkännchen in die Welt der Siebträger wagt, landet oft zuerst bei einer Dedica – der kompakten Italo-Pragmatikerin aus dem Hause De’Longhi. Mit nur 14 cm Breite ist die Espressomaschine des Haushaltsgeräte-Giganten aus Treviso die schmalste im Testfeld und damit prädestiniert für kleine Küchen oder sogar den Camper. Ihr Design ist unprätentiös und klar auf Funktion getrimmt. Doch unter dem schlichten Äußeren steckt bemerkenswert viel Technik für den vergleichsweise kleinen Preis von 299,90 €. Noch dazu kann sie mit paar Specials aufwarten: Im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen in der Dedica-Siebträger-Reihe bringt die Duo EC 890 M zusätzliche Features mit, wie eine Cold-Brew-Funktion und einen Thermoblock-Zweikreiser für nahezu nahtlosen Wechsel zwischen Espresso- und Dampfbetrieb. Dazu gibt es ein modernes Touchpanel mit Farbsymbolen, programmierbare Temperatur- und Wassermengen sowie verschiedene matte Farbvarianten. Laut Hersteller steht die Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle – inklusive perfektem Mikroschaum. Wir sind gespannt, ob das verheißungsvolle Gesamtpaket der günstigen De’Longhi Dedica Siebträgermaschine im Test überzeugt.

Gewicht 4,1 kg | Hersteller-Website
De’Longhi Dedica Duo EC890.M
299,90 €
Technische Daten
System Zweikreiser-Thermoblock
Maße 32 × 14 × 30,5 cm (L/T × B × H)
Tankgröße 1,1 l
Kessel Heißwasser/Dampf – –
Kessel Kaffeewasser – –
Gewicht 4,1 kg
Lieferumfang
Siebträger
doppelwandiges Einer- und Zweiersieb
Tamper
Milchkännchen
Dosierlöffel
De’Longhi Dedica Duo im Test – Wie lebt es sich mit der Siebträgermaschine?
Zahlen und Specs sind das eine, aber wie schlägt sich die Dedica Duo im Alltag? Von Haptik über Workflow bis hin zum ersten Cappuccino nehmen wir euch mit in den Praxistest.
Feeling: Design, Material & Haptik
Das gebürstete Alu der De’Longhi Dedica Duo EC 890 macht optisch erst einmal einen guten Eindruck, auch wenn die meisten Teile sehr leichtgewichtig ausfallen und der Kunststoff sich naturgemäß wenig wertig anfühlt. Das Touchpanel mit den bunten Farbsymbolen passt zum modernen Look, kann aber Fans des Understatements gegebenenfalls weniger gefallen.


Mit ihren 4,1 kg ist die Dedica eigentlich viel zu leicht für eine Siebträgermaschine: Beim Einspannen des sehr leichten Siebträgers nimmt man nämlich gleich die ganze Maschine mit. Eine einhändige Bedienung ist so nicht drin – anders als bei der ähnlich kompakten Espressomaschine von ZURIGA, die mehr als doppelt so viel wiegt. Das geringe Gewicht und die Kunststoffteile lassen die De’Longhi Dedica insgesamt billiger wirken. Auch die Abtropfschale besteht aus einfachem Plastik, sie lässt sich aber leicht entnehmen und reinigen. Im Gegensatz zur Plastik-Übermacht steht der verhältnismäßig schwere Tamper aus massivem Aluminium mit Kunststoffgriff, der sehr schön in der Hand liegt und genau wie das Edelstahl-Milchkännchen ein bisschen Premium-Feeling in den Lieferumfang bringt.
De’Longhi Siebträgermaschine Dedica: Aufheizzeit & Workflow
Wie ein Fahrstuhl, der schon wartet, wenn man den Knopf drückt, ist die Dedica Duo am Morgen betriebsbereit für den ersten Espresso – nur Sekunden, nachdem man sie eingeschaltet hat. Und genau diese Kürze der Wartezeit ist pures Gold für alle, die keine Lust auf yogagleiche Aufwärmrituale haben. Im Test gehört sie zusammen mit der E2-S und der LIGRE Youn zu den Maschinen mit der schnellsten Betriebsbereitschaft und dem geringsten Stromverbrauch – kommt dabei aber mit einem deutlich niedrigeren Preisschild. Das macht sie auch für den Campingplatz attraktiv oder für Dachzelt-Fans, die in ihrem vollausgestatteten Offroad-Fahrzeug mit Power Station nicht auf den Espresso aus dem Siebträger verzichten wollen. Woher aber die schnelle Aufheizzeit? Möglich machen das die zwei separaten Thermoblocks für Espresso und Dampf, die einen Boiler überflüssig machen. Aus demselben Grund gibt es beim Zubereiten von Cappuccino praktisch keine Wartezeit zwischen Espresso- und Dampfbetrieb – anders als bei anderen Dedica-Maschinen, die nicht als Zweikreiser konzipiert sind.
Thermoblock, Volumetrik & Co. – Was ist das eigentlich?
Überfordert mit diesen ganzen technischen Begriffen? Einen Überblick über die wichtigsten Technologien im Siebträgermaschinen-Game findet ihr im Hauptartikel unseres Vergleichstests.

Bedienbarkeit und Einstellungsmöglichkeiten
Die Bedienung gelingt dank übersichtlicher Digitalanzeige und selbsterklärender Symbole auf dem farbigen Touchpanel dann intuitiv und benutzerfreundlich, wenn man sich auf die voreingestellten Funktionen beschränkt. Über die eingebaute Volumetrik lässt sich die Menge des extrahierten Kaffees anlernen, zusätzlich gibt es drei wählbare Temperaturstufen zum Brühen und die Möglichkeit, den Härtegrad des Wassers einzustellen. Wer allerdings in diese Programmierungsfunktionen einsteigen will, muss zur Anleitung greifen: Änderungen erfordern bestimmte Tastenkombinationen, die dann alles andere als intuitiv sind. Trotzdem: Gar nicht so übel, wie viel Einstellungsmöglichkeiten die Einstiegs-Espressomaschine so bietet. Auch wenn sie in Sachen Experimentierfreude – naturgemäß – in keiner Weise mit einem Technikmonster wie der Sanremo YOU oder höherpreisigen Siebträgermaschinen wie der Bezzera Duo DE mithalten kann. Diese beide Maschinen sind ebenfalls Teil des Vergleichstests.
Wer den morgendlichen Milchkaffee gern mit echtem Espresso aus der Siebträgermaschine verfeinert – nicht etwa mit fadem Pad-Kaffee –, wird sich bei der De’Longhi Siebträgermaschine Dedica freuen, dass auch große Tassen bis 12 cm unter dem Siebträger Platz finden. Und wenn man als Newbie in den aktuellen Cold-Brew-Trend reinschnuppern will, bietet einem diese neueste Version der Dedica Duo genau diese Möglichkeit an. Technisch läuft die Extraktion eines Cold-Brew-Kaffees hier eher wie eine klassische Extraktion, nur mit deutlich reduzierter Brühtemperatur für ein milderes Ergebnis. Und das steht nach fünf Minuten bereit, weit entfernt vom mehrstündigen Brühprozess eines wirklichen Cold Brews. Begleitet wird das Ganze von einer leicht irritierenden Geräuschkulisse: Im Sekundentakt gibt die Maschine ein kurzes Brummen von sich.


Wie läuft’s mit Kaffee und Schaum?
Cold Brew Light ist ja schön und gut – aber eine Siebträgermaschine muss vor allem eines richtig können: einen anständigen Espresso fabrizieren. Und das schafft die Maschine auch – sofern sie mit vorgemahlenem Einsteiger-Kaffee gefüttert wird. Das doppelwandige Sieb der Dedica Siebträgermaschine ist nämlich vorrangig für vorgemahlenen Kaffee mit mittlerem bis grobem Mahlgrad ausgelegt. Mit nur einem winzigen Ausflussloch konstruiert, richtet sich die Dedica Duo klar an Siebträger-Newbies. Denn der Prozess bietet eine gewisse Fehlertoleranz und erleichtert den Einstieg in die „Espresso-Coffee-Welt“ – für Letzteres steht das EC im Modellnamen. Ambitionierteren Hobby-Baristas zeigt die De’Longhi Dedica im Test dagegen die kalte Schulter: Wer mit feineren Mahlgraden und helleren Röstungen experimentieren will, stößt bei der Dedica schnell an die Grenzen – der Filter verstopft und der Kaffee fließt nicht. Auf unsere Nachfrage bestätigt uns der Hersteller diesen Umstand und kündigt an, das Thema bei künftigen Modellen zu optimieren. Vielleicht liegt dann irgendwann ein „Profisieb“ bei – wir sind gespannt. Bis dahin unser Tuning-Tipp: Hochwertige Dedica-kompatible Siebe und Siebträger von Drittherstellern ermöglichen deutlich anspruchsvolleren Espresso aus der De’Longhi Dedica Duo.



Und der Milchschaum? Das Ergebnis ist okay, doch Barista-Qualität erreicht die Dedica Siebträgermaschine entgegen dem Herstellerversprechen nicht. Selbst geübte Hobby-Baristas tun sich schwer, den „perfekten Mikroschaum“ zu erzeugen, den De’Longhi verspricht. Der Grund: Bei der Dedica Duo EC890 liefert die Einloch-Dampfdüse einen unregelmäßig gepulsten und insgesamt eher schwachen Dampfstrom, was das Erzeugen von feinem Mikroschaum erschwert. Das hat sie gemeinsam mit vielen günstigeren Thermoblock-Maschinen. Man kann es einfach nicht leugnen: Modelle wie die Bezzera DUO DE, die La Marzocco Linea Micra oder die Sanremo YOU aus unserem Testfeld liefern hier mit mehr und konstanterer Dampfpower deutlich bessere Resultate.
Für wen ist die De’Longhi Siebträgermaschine Dedica Duo?
- für Plug & Play-Fans, die eine unkomplizierte Alltagsmaschine suchen
- für diejenigen, die easy und preisgünstig starten wollen, aber kein High-End-Setup und mega Dampfpower erwarten
- für alle, die sich von Herdkännchen und Handschäumer verabschieden, weil sie mehr Komfort bei der Zubereitung haben wollen
- für WGs, Camping oder Büros mit Platzmangel
Hält die Siebträgermaschine im Test, was sie verspricht?
De’Longhi verspricht schnellen und unkomplizierten Espresso im kompakten Format – und genau das liefert die Dedica DUO. Aber: Das kleine Leichtgewicht stößt schnell an seine Grenzen. Einhändiges Handling? Vergiss es. Hochwertiges Barista-Feeling? Fehlanzeige. Die Maschine hält ihre Kernversprechen, bleibt dabei aber eher auf der pragmatischen Seite als auf der emotionalen: schnelle Shots, wenig Platzbedarf – ohne Glanz, ohne Glamour.
Fazit
Die De’Longhi Dedica Duo zeigt sich im Test als eine unkomplizierte Einsteigermaschine: kompakt, preiswert, schnell einsatzbereit und einfach zu bedienen – mit bemerkenswert viel Technik. Sie liefert guten Espresso ohne viel Chichi, doch für eine Auszeichnung im Siebträgermaschinen-Test fehlen ihr zum einen die Fähigkeit, feine Mahlgrade zu verarbeiten und zum anderen die Überzeugungskraft der Ligre Youn und der E2-S, die durch ihre besondere Stilnote auch emotional Freude machen.
Tops
- kompakt und leicht
- schnelle Aufheizzeit
- preisgünstig
- Volumetrik
- einsteigerfreundlich
Flops
- Siebe nur für mittlere bis grobe Mahlgrade entwickelt
- Einbußen in Optik und Handling
- laute Pumpe
Tuning-Tipp: Für richtig guten Espresso und feinere Mahlgrade Profi-Siebträger von Drittanbietern kaufen.
Mehr Infos gibt’s bei De’Longhi.
Der Siebträgermaschinen-Vergleichstest ist Teil unseres Coffee Specials, in dem wir euch alle getesteten Produkte, spannende Erkenntnisse und wertvolle Einblicke rund um das Thema Kaffee präsentieren. Neugierig? Dann schaut doch mal rein!
Das Testfeld beim Siebträgermaschinen-Test
Hier geht’s zum großen Vergleichstest
Alle Siebträgermaschinen im Test: Bezzera DUO DE | De’Longhi Dedica Duo EC 890.M | La Marzocco Linea Micra | LIGRE youn | Olympia Express Mina | Sanremo YOU | ZURIGA E2-S
Words: Felicia Nastal Photos: Jan Fock
