Dieser Artikel ist Teil unseres Alkfrei-Specials, in dem wir euch spannende Erkenntnisse und authentische Kaufberatung rund um das Thema alkoholfreie Getränke präsentieren. Neugierig auf den besten alkoholfreien Rotwein? Oder den besten alkoholfreien Weißwein? Dann schaut einfach mal rein!
Inhaltsverzeichnis
- Wie haben wir die alkoholfreien Sekte und Proxys getestet?
- Alkoholfreier Sekt oder Proxy?
- Alkoholfreier Sekt im Test – unser Testfeld
- Alkoholfreier Sekt und Proxys im Überblick
- 5 Vorurteile gegen alkoholfreie Sekte und Proxys
- Alkoholfreier Sekt – Übersicht der Inhaltsstoffe
- Sparkling Proxys im Test – Inspiriert von Sekt, aber kein Ersatz
- Proxys – Übersicht der Inhaltsstoffe
- Alkoholfreie Sekte und Proxys im Test – 5 Erkenntnisse
- Hangover nach dem Alkoholfrei-Tasting?
- Null Umdrehungen, volle Auswahl – Wo ihr guten Sekt ohne Alkohol findet
- Welcher ist der beste alkoholfreie Sekt? Und welches der beste Proxy? – Testsieger und Verlierer
- Die übrigen alkoholfreien Sekte und Proxys im Test
Blubberrausch ohne Benommenheit, Aroma statt Ausreden. Heute feiern wir Anlässe, die keinen Kater brauchen: Balkonabende, Spontan-Picknicks, First Dates mit klarer Birne. Aber wie gut ist das alkoholfreie Blubberwasser wirklich? Wir haben einen lauen Sommerabend genutzt und bis weit nach Sonnenuntergang 16 alkoholfreie Sekte und Proxys getestet: vom klassischen Winzersekt ohne Alkohol bis hin zum Sparkling Tea mit Skandi-Touch. Wir haben Korken und Kronkorken knallen lassen und zeigen euch, welche Sparklings uns überzeugt haben und welche nicht … Plopp!
Die Auswahl an alkoholfreien Sparklings ist mittlerweile nicht nur riesengroß, sondern auch richtig spannend: Man könnte sogar sagen, aufregender und interessanter als viele alkoholhaltige Varianten. Das Spektrum reicht von hochpreisigen Champagner-Alternativen über Winzersekte bis hin zu exotischen Fermentationsmischungen, die ganz neue Geschmackswelten eröffnen. Alkoholfreie Sekte und Proxys bringen mit mal mehr, mal weniger Perlage ganz neue Trink-Erfahrungen. Perfekt für warme Tage und laue Nächte. Dabei verschwimmen Kategorien und man entdeckt, dass Proxys durchaus mithalten können. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es schmeckt und bringt Spaß ins Glas.




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Wie haben wir die alkoholfreien Sekte und Proxys getestet?
Von den alkoholfreien Sparklings wollten wir im Test wissen: Welcher ist sein Geld wert? Welcher ist lecker und welchen würden wir lieber stehen lassen? Welche Sprache spricht das Design von Flasche und Etikett, was sagt uns die Nase beim ersten Schnuppern? Schließlich entscheiden das Auge und die Nase mit.
Dieser Vergleichstest ist nicht für die ultimativen Sommeliers, sondern für Genießer und Realisten – wir wollen uns nicht in endloses Fabulieren und Geschmacksbeschreibungen verlieren, sondern checken: Was schmeckt man als Normalo wirklich? Und was nicht? Welcher alkoholfreie Sekt ist sein Preisschild wert? Und wovon lässt man die Finger besser? Also kein Experten-Blabla, sondern ehrliches Feedback aus Verbrauchersicht – damit ihr am Ende genau wisst, worauf ihr euch einlasst (und was ihr euch vielleicht lieber sparen könnt).
Alkoholfreier Sekt oder Proxy?
Gleiche Gläser, anderes Innenleben: Entalkoholisierter Sekt und sogenannte Proxys sehen zwar beide nach Blubber & Feierlaune aus, haben aber eine völlig andere DNA. Ersterer ist Wein, dem der Alkohol nach der Gärung entzogen wird. Er will das klassische Sektgefühl liefern – feine Perlage, Hefenote, Rebsortentypizität, ausbalancierte Säure und Länge im Abgang. Proxys dagegen sind bewusst weinfreie Kompositionen aus Säften, Verjus, Tee-Infusionen, Kräutern, Gewürzen, Früchten oder Fermenten. Sie zielen eher auf das Erlebnis: klare Idee, Spannung zwischen Säure, Süße, Bitterkeit und eine gut integrierte Kohlensäure, die Speisen begleitet, statt zu dominieren.
Darum bewerten wir entalkoholisierte Sekte und Proxys getrennt – aus Fairness und Transparenz. Wir vergleichen nicht Trauben mit Äpfeln und Teeblättern: Entalkoholisierter Sekt soll uns in Geschmack und Mundgefühl schon ans alkoholhaltige Original erinnern Proxys beurteilen wir nach ihrer Komposition, bestehend aus Aromatiefe, Balance, Mundgefühl, Perlage und Pairing-Tauglichkeit. Aber über eine Hürde müssen beide gleichermaßen: Es muss schmecken. Ganz einfach!
Und um die Sache noch komplexer zu machen, haben wir mit den beiden Sparklings von French Bloom zusätzlich zwei Hybridlösungen mit in den Test genommen, die auf entalkoholisiertem Wein basieren, aber mit Fruchtsäften und Gewürzen dann eher einem Proxy zuzuordnen sind.
Kurzdefinition für die Orientierung:
- entalkoholisierter Sekt: schäumender, entalkoholisierter Wein (< 0,5 % vol) mit natürlicher oder zugesetzter Kohlensäure
- Proxys als Sekt-Alternativen: alkoholfreie, weinfreie Blends auf Basis von Verjus, Tee, Botanicals, Früchten und/oder Fermenten, mit Kohlensäure angereichert.
Alkoholfreier Sekt im Test – Unser Testfeld
Wir haben insgesamt 16 Sparklings getestet, darunter 6 weiße alkoholfreie Sekte, 2 alkoholfreie Rosé Sekte sowie 8 Sekt-Alternativen, also Proxys. Unterm Strich: viele spannende Entdeckungen, ein starkes Mittelfeld – und ein paar echte Ausreißer. Ob wow oder what the …? – Wir hatten unseren Spaß!


Der Preisrahmen? Ein breites Spektrum, angefangen von knapp 12 Euro bis hin zu knapp 34 Euro. Eine internationale Mischung zwischen traditionellen Winzer-Sekten, britischen und skandinavischen Alternativen sowie französischen Champagner-Vibes. Interessant dabei: Viele alkoholfreie Sekte und Proxys sind vegan und auch glutenfrei. So vielfältig wie die Ansätze sind auch die Anlässe: Manche Tropfen eignen sich perfekt als Aperitif oder Mixgetränke, manche für exotische Food-Pairings und andere kann man auf Festen einfach nebenher trinken, ohne Angst vor einem folgeträchtigen Kater.
Alkoholfreier Sekt und Proxys im Überblick
| Bezeichnung | Hersteller | Produkt | Preis/Flasche 750 ml [€] |
|---|---|---|---|
| Alkoholfreier Sekt Weiß | Bähr Pfalztraube GmbH | VITISECCO BLANC Bouquet trocken | 17,50 |
| Bähr Pfalztraube GmbH | VITISECCO BLANC trocken | 12,50 | |
| Kolonne Null | Cuvée Blanc No. 01 | 13,90 | |
| SOBERCIETY | Riesling Sparkling Alkoholfrei | 12,90 | |
| Strauch Sektmanufaktur | Blanc Pur Riesling trocken Sekt | 11,90 | |
| Weingut Mohr | Yakamozero | 11,90 | |
| Alkoholfreier Sekt Rosé | Thomson & Scott | Noughty Non-Alcoholic Sparkling Rosé | 14,95 |
| III Freunde | Pinot Noir Rosé Sparkling | 12,90 | |
| Proxy-Sekt | Bemuse | Bemuse Origo Brut – Alkoholfreier Honigschaumwein | 14,95 |
| Copenhagen Sparkling Tea Company | Sparkling Tea Blå | 19,90 | |
| Far & Søn | Gentle Thai | 15,50 | |
| French Bloom | Le Blanc | 28,76 | |
| French Bloom | Le Rosé | 33,71 | |
| Jörg Geiger | PriSecco TEASECCO | 11,90 | |
| PICA PICA | Gezwitscher No. 10 | 14,90 | |
| Villbrygg | FJELL 01 (Mountain) | 21,00 |
5 Vorurteile gegen alkoholfreie Sekte und Proxys
Alkoholfreie Sparklings sind im Trend, doch die Meinungen gehen weit auseinander. In unseren Freundeskreisen wird heiß diskutiert – oft mit Halbwissen und Vorurteilen. Ist alkoholfreier Sekt wirklich nur überteuerter Traubensaft mit Blubber? Zeit, die größten Klischees auseinanderzunehmen und Fakten von Mythen zu trennen. Hier die Vorurteile und offenen Fragen, die wir später beantworten werden:
1. Viel zu teuer für das, was man bekommt
Alkoholfreier Sekt ist nur überteuerter Traubensaft mit Blubber. Komplexe Aromen, Tiefe, Charakter – Fehlanzeige! Das sagen zumindest die Kritiker. Tatsächlich kostet alkoholfreier Sekt oft mehr als sein alkoholisches Original. Aber ist das gerechtfertigt und warum ist das so?
2. Nur für Schwangere und Gesundheitsapostel
Wer alkoholfreien Sekt bestellt, wird gerne mal mitleidig angeschaut. Ist das wirklich nur ein Getränk für alle, die „nicht dürfen“? Oder gibt es gute Gründe, freiwillig darauf umzusteigen?
3. Schmeckt nicht
Alkoholfreier Sekt schmeckt entweder nach nichts, zu wässrig oder zu süß und wird oft mit Verzicht assoziiert. Stimmt das oder können alkoholfreie Sekte oder die Proxys auch richtig gut sein?
4. Zuckerfalle alkoholfreier Sekt?
„Alkoholfreier Sekt hat mehr Zucker und Kalorien als sein alkoholisches Original.“ Fakt oder Fehlinformation?
5. Da ist doch bestimmt etwas reingemixt?
Unsicherheit über Inhaltsstoffe und Zusatzstoffe hält viele davon ab, alkoholfreiem Sekt eine Chance zu geben. Doch ist ein echter Sekt am Ende wirklich die gesündere Wahl?
Ihr seht: Alkoholfreier Sekt hat es schwer. Noch bevor die erste Flasche geöffnet ist, hagelt es Kritik und Vorurteile. Aber wie viel davon stimmt wirklich? Lest weiter – wir klären auf.
Wie bekommt man den Geist aus der Flasche und den Blubber wieder rein? – Die Herstellung von alkoholfreiem Sekt
Bevor man alkoholfreien Sekt beurteilt, muss man erstmal verstehen, wie er hergestellt wird und was hinter dem Entalkoholisierungsprozess steckt.
So entsteht klassischer Sekt
Die Reise beginnt mit einem stillen Wein, dem sogenannten Grundwein, der als Ergebnis der ersten Gärung einen ausreichenden Säure- und moderaten Alkoholgehalt hat. Dem wird Zucker und Hefe zugesetzt und die Flasche wird verschlossen – hier startet die zweite Gärung. Dabei wandelt die Hefe den Zucker in Alkohol um, wobei Kohlensäure entsteht. Weil die Kohlensäure nicht entweichen kann, bleibt sie im Wein und sorgt für den feinen Mousseux, also die Perlage. Danach reift der Sekt monatelang oder sogar jahrelang auf der Hefe, was ihm komplexe Aromen von Brioche und Nüssen verleiht. Zum Schluss wird die Hefe entfernt, die Flasche entsprechend mit einer Dosage aufgefüllt und mit Korken und Drahtkörbchen verschlossen. Voilà!
So entsteht alkoholfreier Sekt
Beim alkoholfreien Sekt verläuft die Herstellung etwas anders als beim klassischen Pendant: Zuerst wird ein ganz normaler Wein, der Basiswein, hergestellt. Danach kommt der entscheidende Schritt: Der Alkohol wird entzogen, je nach Hersteller mit unterschiedlichen Verfahren wie Vakuumdestillation oder Umkehrosmose – unten stellen wir die Verfahren kurz vor. Damit ist der Wein zwar alkoholfrei, aber auch still. Das Prickeln entsteht erst im Anschluss, wenn Kohlensäure zugesetzt wird. Denn eine zweite Gärung wie beim klassischen Sekt würde ja wieder Alkohol erzeugen. So kommt der Blubber also nicht natürlich, sondern auf Mineralwasser-Art ins Glas – mit dem Ziel, das typische Sektgefühl möglichst nah ans Original heranzubringen.

Alkoholfreier Sekt ist also nicht einfach nur ein fancy Traubensaft mit Blubber – es handelt sich tatsächlich um echten Wein, dem Alkohol nachträglich wieder entzogen wurde. Und genau das macht die Produktion so aufwendig und damit auch teuer. Denn: Alkohol ist ein Geschmacksträger. Ihn zu entfernen, ohne dass der Sekt sein Aroma nicht völlig verliert, ist eine Kunst für sich. Dahinter steht eine ausgeklügelte Technik mit dem Ziel: Alkohol raus, Geschmack (hoffentlich) noch drin.
Es gibt zwei Hauptmethoden, um Wein zu entalkoholisieren:
- Vakuumdestillation: Der Basiswein wird unter Vakuum bei niedriger Temperatur (ca. 30 °C) destilliert. So verdampft der Alkohol, während die Aromen möglichst erhalten bleiben. Anschließend werden verlorengegangene Aromen wieder zurückgeführt – zumindest theoretisch.
- Umkehrosmose: Hier wird der Wein unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran geleitet, wodurch Wasser und kleine Aroma-Moleküle vom Alkohol getrennt werden. Der Alkohol wird entfernt und der Rest wieder zusammengefügt. Diese Methode wird häufiger genutzt, um den Alkoholgehalt zu senken, statt ihn komplett zu entfernen.
Serviertipp: Kalt einschenken (6–8 °C) und ein sauberes Glas – Temperatur und Glasreinheit sind für die Perlage mit entscheidend.
Süße, Kalorien & Zusatzstoffe – Wie gesund ist alkoholfreier Sekt?
Ein Vorurteil von Alkoholfrei-Kritikern sind vermeintlich ungesunde Inhaltsstoffe: Man hört immer wieder das Argument: „Da ist zu viel Zucker drin und er hat so viele Kalorien.” Stimmt das wirklich?
Thema Kalorien: Klassischer Sekt hat meist mehr Kalorien – wegen des Alkohols. Gute Nachrichten also für alle, die auf ihre Linie achten: Alkoholfreier Sekt enthält bis zu 70 % weniger Kalorien als herkömmlicher Sekt. Der Zuckergehalt liegt meist um die 4 g pro 100 ml, wobei es – vor allem bei den Proxys – Ausreißer nach oben gibt. Das liegt daran, dass diese oft mit Saft gemischt werden und dieser hat nun mal mehr Zucker.
Zusatzstoffe & Kennzeichnung
Auch klassischer Wein und damit auch Schaumwein, also Sekt, besteht oft aus mehr als nur Trauben. Deshalb gilt seit dem 8. Dezember 2023 eine neue Kennzeichnungspflicht. Bisher wurde Wein laut EU-Gesetz nicht als Lebensmittel, sondern als Genussmittel eingestuft. Das bedeutete: Es gab keine Pflicht, Zusatzstoffe oder technische Hilfsmittel aufzulisten. Das hat sich jetzt geändert.
Wichtig: Manche Proxys oder fermentierte Drinks ohne Bezug zur Weinmarktordnung (z. B. Tee- oder Kräuterfermente) fallen nicht unter diese Verordnung, sondern werden wie klassische Lebensmittel behandelt – und da gilt schon länger die volle Kennzeichnungspflicht.
Alkoholfreier Sekt – Übersicht der Inhaltsstoffe
| Bezeichnung | Hersteller | Produkt | Rebsorte | Zuckeranteil g/100 ml | Kalorien pro 100 ml | Inhalt & Inhaltsstoffe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Alkoholfreier Sekt Weiß | Bähr Pfalztraube GmbH | VITISECCO BLANC Edition Bouquet trocken | Gewürztraminer, Pfalz | 3 | 17 | Trauben, Konservierungsstoffe: Sulfite, L-Ascorbinsäure, Dimethyldicarbonat (DMDC), Stabilisator: Metaweinsäure, Kohlendioxid |
| Bähr Pfalztraube GmbH | VITISECCO BLANC trocken | Chardonnay, Riesling, Deutschland | 3,2 | 17 | Trauben, L-Ascorbinsäure, Dimethyldicarbonat (DMDC), Stabilisator: Metaweinsäure, Kohlendioxid, Sulfite | |
| Kolonne Null | Cuvée Blanc No. 01 | Cuvée Deutschland (Chardonnay, Grauburgunder, Weißburgunder) | 2,9 | 16 | alkoholfreier Wein (0,0 % vol) aus biologischem Anbau, Saccharose, Kohlensäure, Konservierungsstoff: Schwefeldioxid | |
| SOBERCIETY | Riesling Sparkling Alkoholfrei | Riesling, Deutschland | 3,4 | 18 | entalkoholisierter Wein (Trauben, rektifiziertes Traubenmostkonzentrat), Kohlensäure, Dimethyldicarbonat (DMDC), Schwefeldioxid | |
| Strauch Sektmanufaktur | Blanc Pur Alkoholfrei | Riesling weiß | 4,2 | 21 | entalkoholisierter Wein aus biologisch erzeugten Trauben, Kohlensäure, Bio-Saccharose, Konservierungsstoff: Schwefeldioxid | |
| Weingut Mohr | Yakamozero | Rivaner, Scheurebe | 3,8 | 15 | schäumendes Getränk aus entalkoholisiertem Wein, Sulfite | |
| Alkoholfreier Sekt Rosé | Thomson & Scott | Noughty Non Alcoholic Sparkling Rosé | Tempranillo Südspanien | 2,9 | 14 | alkoholfreier Tempranillo, Zucker, Kohlendioxid, Schwefeldioxid; enthält Sulfite |
| III Freunde | Pinot Noir Rosé Sparkling | k.A. | 6,5 | 26 | entalkoholisierter Wein, Saccharose, Kohlenstoffdioxid, Konservierungsstoff: Schwefeldioxid |
Wie „alkoholfrei“ ist alkoholfreier Sekt?
Damit ein Sekt offiziell als alkoholfrei gilt, darf er maximal 0,5 % Restalkohol enthalten – ähnlich wie viele Fruchtsäfte oder fermentierte Lebensmittel. Zwei der alkoholfreien Sekte liegen laut eigenen Angaben sogar bei 0,0 % Alkohol: Der Pinot Noir Rosé Sparkling von III Freunde sowie Yakamozero von Weingut Mohr. Aber auch alle Varianten unter 0,5 % Restalkohol gelten als unbedenklich, selbst für Schwangere oder Menschen, die auf Alkohol verzichten müssen bzw. wollen. Diesen minimalen Restalkoholgehalt enthalten auch natürliche Lebensmittel, wie Sauerteigbrot, Traubensaft oder eine reife Banane.
Wie lange hält alkoholfreier Sekt?
Alkoholfreier Sekt ist ein Frischeprodukt und ein bisschen wie Apfelsaft – er hält sich nicht so lange wie klassischer Sekt. Geöffnet macht ihn der fehlende Alkohol anfälliger für Oxidation.
- Haltbarkeit ungeöffnet: ca. 1–2 Jahre (je nach Hersteller, steht meistens auf der Flasche)
- Haltbarkeit geöffnet: Im Kühlschrank mit Sektverschluss: 1–3 Tage, danach verliert er deutlich an Geschmack, Frische – und vor allem an Blubber. Also lieber gleich nach dem Öffnen trinken.
Sparkling Proxys im Test – Inspiriert von Sekt, aber kein Ersatz
Proxys setzen bewusst auf einen anderen Ansatz. Es wird gar nicht erst versucht, dem klassischen Sekt möglichst ähnlich zu sein, sondern man bietet ganz neue Aromen und Geschmackskonzepte – der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Das Ergebnis: eigenständige Getränke, die als Aperitif, Dinner-Drink oder Essensbegleiter glänzen können, ohne krampfhaft Sekt oder Wein nachzuahmen. Proxys spielen frei mit Aromen, Texturen und Ideen. Genau das macht sie so spannend: Statt blasser Imitate bekommt man Drinks mit Charakter – von nordisch-rough bis französisch-elegant. Da ist zum Beispiel der Bemuse Origo Brut, ein trockener Honigschaumwein mit herber Note, oder das Blå der Copenhagen Sparkling Tea Company, das mit Kräutern und Tees eine ganz eigene kulinarische Sprache spricht. Far & Søn Gentle Thai bringt asiatische Frische ins Glas, während French Bloom Le Blanc und Le Rosé festliche Eleganz verströmen. Spannend auch Jörg Geigers PriSecco TEASECCO oder PICA PICA Gezwitscher No. 10, die mit Früchten und Kräutern experimentieren, während Villbrygg FJELL 01 norwegische Waldaromen ins Glas bringen will. Insgesamt Drinks mit eigener Persönlichkeit, die das alkoholfreie Feld um ganz neue Genusswelten erweitern.
Proxys – Übersicht der Inhaltsstoffe
| Hersteller | Produkt | Zuckeranteil g/100 ml | Kalorien /100 ml | Inhalt & Inhaltsstoffe |
|---|---|---|---|---|
| Bemuse | Origo Brut – Alkoholfreier Honigschaumwein | 2,2 | 12 | roher Frühlings-Wildblumenhonig, Wasser, Hefe, Cascade-, Citra- und Ekuanot Hopfen. (glutenfrei) |
| Copenhagen Sparkling Tea Company | Blå alkoholfrei Bio | 5 | 20 | Grüner Tee, 19% Weißer Tee, Schwarzer Tee (14% Jasmin, 3% Darjeeling), Kohlendioxid, Kräuter-Tee, Wasser, Konservierungsstoff: Zitronensäure, Traubensaft, Zitronensaft |
| Far & Søn | Gentle Thai | 6,2 | 30 | Wasser, Bio-Zucker, Bio-Traubensaft, Bio-Thaibasilikum, Bio-Ingwersaft, Zitronensäure (E330) |
| French Bloom | Le Blanc | 5,9 | 28 | französisches Gensac®-Quellwasser mit Kohlensäure, weißer Bio-Traubensaft, entalkoholisierter Wein, Bio-Zitronensaft, natürliches Traubenaroma |
| French Bloom | Le Rosé | 4,2 | 19 | französisches Gensac® Quellwasser, weißer Traubensaft, entalkoholisierter Chardonnay-Wein, Limettensaft, natürliches Traubenaroma |
| Jörg Geiger | PriSecco TEASECCO | 5,9 | 27 | Apfelsaft (44 %), Birnensaft, Pfirsichsaft*, Wasser, Grüntee GFTGFOP1 (2 %), Kräuter, Gewürze, Kohlensäure. DE-ÖKO-006 EU-Landwirtschaft. Getränk auf Apfelsaftbasis mit Kräutern und Gewürzen. |
| PICA PICA | Gezwitscher No. 10 | 11,5 | 48 | Apfelsaft (62 %), Traubensaft (25 %), Stachelbeersaft (12,8 %), Kräuter (0,2 %) – Mit Kohlensäure versetzt |
| Villbrygg | FJELL 01 (Mountain) | 4,3 | 19 | Wasser mit Kohlensäure, Preiselbeerkonzentrat (3,3 %), unraffinierter Zucker (2,8 %), Zitronengras (0,3 %), Rosmarin (0,2 %), Birkenblätter (0,1 %), Milchsäure, Salz |
Alkoholfreie Sekte und Proxys im Test – 5 Erkenntnisse
1. Flaschendesign: Zwischen Tradition und Haute Couture
Wie sieht ein alkoholfreier Sekt aus, der ernst genommen werden will und den man gerne auf den Tisch stellt? Die einen setzen auf Tradition, wie Jörg Geiger, die anderen auf mutiges Design, schlichte Etiketten, modernes Skandi-Branding. French Bloom vermittelt Champagner-Vibes mit einem Logo, das an die französische Haute Couture erinnert. Unsere Erkenntnis: Gerade beim alkoholfreien Sekt und den Alternativen ist die Aufmachung wichtig – vor allem, wenn es darum geht, entsprechende Anlässe zu feiern.

2. Perlage ist nicht gleich Perlage
Während klassischer Sekt durch die zweite Gärung fein und elegant perlt, wirkt die zugesetzte Kohlensäure bei alkoholfreien Varianten sehr unterschiedlich: Manche Bläschen sind groß und schnell wieder weg, andere wirken langanhaltend und mineralwasserartig, wieder andere überraschen mit erstaunlich feinem Mousseux, der an echten Champagner erinnert. Mal spritzig und festlich, mal grob oder schnell verflogen. Bei Proxys ist die Perlage oft bewusst zurückhaltend, um Aromen und Texturen in den Vordergrund zu stellen. Unsere Erkenntnis: Die Perlage wird beim alkoholfreien Trinken oft zum entscheidenden Qualitätsmerkmal.
3. Blubber ersetzt Alkohol
Er ist das unsichtbare Rückgrat im Glas: Er trägt Aromen, sorgt für Struktur und dieses berühmte Mundgefühl, das Wein und Sekt rund macht. Ohne ihn wirken viele Drinks flach, der Abgang bricht ab, bevor er begonnen hat. Genau hier springt die Perlage ein – sie kann fehlende Tiefe kaschieren, Frische ins Glas bringen und das sensorische Loch füllen. Blubber ersetzt zwar keinen Alkohol, aber er lenkt ab, spielt mit der Zunge und hält den Moment lebendig. Learning: Je besser die Kohlensäure eingebunden ist, desto eher fühlt sich alkoholfreier Sekt komplett an.
4. Solist oder Teamplayer?
Manche alkoholfreien Sekte sind echte Solisten: Sie brauchen keine Begleitung, sondern überzeugen allein durch Eleganz, Finesse und eine feine Perlage. Mit ihnen hat man eine perfekte Begleitung für einen Sommerabend. Andere wiederum sind geborene Teamplayer – für sich genommen vielleicht unscheinbar, aber im Zusammenspiel mit dem passenden Gericht laufen sie zur Höchstform auf. Und dann gibt es noch Proxys, die sich wunderbar für Mixgetränke eignen: als Basis für spritzige Mocktails oder raffinierte Aperitifs. Erkenntnis: Jeder Sekt hat seine eigene Rolle – und genau diese Vielfalt macht den Reiz aus.
5. Kein Hangover-Gefühl bei den Proxys
Alkoholfreier Sekt und dennoch Hangover? Subjektiv gefühlt war das bei den Proxys, also den Sekt-Alternativen nicht so. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Proxys ohne klassische Sulfite auskommen, die in Wein als Konservierungsstoffe üblich sind und bei manchen Menschen Kopfschmerzen verstärken können. Erkenntnis: Proxys sind nicht nur spannend im Geschmack, sondern können sich auch am nächsten Tag deutlich angenehmer anfühlen.
Hangover nach dem Alkoholfrei-Tasting?
Hangover trotz alkoholfreiem Sekt? Ist das möglich und wenn ja, warum?
Ja, ein „Hangover-Gefühl“ ist durchaus auch nach alkoholfreiem Sekt möglich, allerdings liegt das dann meist nicht am Alkohol selbst, sondern an anderen Faktoren:
- Zucker und Sulfite
Alkoholfreie Weine und Sekte auf Weinbasis enthalten häufig relativ viel Restzucker oder Zusatzstoffe, etwa Sulfite. Zucker kann den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen, was Müdigkeit und Kopfschmerzen verursachen kann. Und einige Menschen reagieren empfindlich auf Sulfite, was Kater-ähnliche Symptome auslösen kann. - Histamine und andere biogene Amine
Im alkoholfreien Sekt findet sich, wie im normalen Sekt auch, Histamin. Personen mit einer Histamin-Intoleranz reagieren darauf empfindlich, was sich in Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit oder sogar Herzklopfen äußern kann. - Dehydrierung
Auch wenn alkoholfreier Sekt keinen Alkohol enthält, trinken viele nicht ausreichend Wasser nebenher. Die Folge: leichte Dehydrierung, die zu Kopfschmerzen und Müdigkeit führen kann. - Psychologische Effekte oder „Placebo-Hangover“
Das Gehirn verbindet den Geschmack und die Situation des Sekttrinkens oft mit einem Hangover. Erwartungshaltung und unterbewusste Konditionierung spielen dabei ebenfalls eine Rolle, auch wenn man alkoholfreien Sekt trinkt.

Das heißt: Ein Hangover-Gefühl nach alkoholfreiem Sekt ist definitiv möglich – aber eben nicht aufgrund des Alkohols, sondern weil der Körper sensibel auf Zucker, Sulfite, Histamine oder schlicht auf mangelnde Flüssigkeitszufuhr reagiert.
Null Umdrehungen, volle Auswahl – Wo ihr guten Sekt ohne Alkohol findet
Von liebloser Supermarkt-Ästhetik bis hip reduziertem Designshop – mit steigender Nachfrage poppen immer mehr Plattformen auf, die entalkoholisierte Getränke anbieten. Aus der großen Masse haben wir euch drei der angesagtesten, top kuratierten Shops und Marktplätze ausgesucht. Lasst euch inspirieren!
Sober ist das neue Sexy? Dann ab zu SOBERCIETY
Wer keinen Bock auf Kater und Kontrollverlust hat, findet bei SOBERCIETY eine Auswahl an Drinks, die zeigen, dass Genuss auch ohne Umdrehungen funktioniert. Das Leitmotiv von SOBERCIETY lautet „Taste Beyond Alcohol“. Die Marke möchte keine bloßen Ersatzprodukte für alkoholische Getränke anbieten, sondern eigenständige, geschmacksintensive Alternativen. Ob Sekt, Wein, Aperitifs – das Berliner Team wählt die Getränke zusammen mit renommierten Barkeepern aus. Hier kommt ihr direkt zum alkoholfreien Sekt.
Nix mit Verzicht – World of NIX liefert
Gegründet 2021 von Frederike de Groot und Wim Boekema, war World of NIX das erste alkoholfreie Spirituosengeschäft Europas mit eigenem Store und Online-Shop. Die Idee dahinter? Menschen inspirieren, weniger Alkohol zu trinken – ohne dabei auf Genuss oder Stil zu verzichten. Statt austauschbarer Alternativen gibt’s hier handverlesene Highlights: entalkoholisierte Weine, Sparkling Tea, Kombucha oder Ingweressenzen – alles mit Anspruch und Charakter. Wer denkt, alkoholfrei sei langweilig, war noch nicht in der World of NIX.
Nicht von der Stange: Honest & Rare
Von alkoholfreiem Craft Bier bis Small-Batch-Sekt – Honest & Rare bringt handwerklich gemachte Getränke und rare Lebensmittel aus kleinen Manufakturen auf einen gemeinsamen Marktplatz. Gegründet 2019 in Berlin von Yascha Roshani und Alex, versteht sich das Projekt als Gegenbewegung zum Supermarkt-Einerlei. Ob alkoholfreier Gin, Craft Bier oder fermentierte Limos – die Auswahl an alkoholfreien Weinen, Spirituosen und Bieren ist überraschend groß.
Welcher ist der beste alkoholfreie Sekt? Und welches der beste Proxy? – Testsieger und Verlierer
Der beste alkoholfreie Sekt im Test: Thomson & Scott – Noughty Non-Alcoholic Sparkling Rosé
Thomson & Scott – Die neue Nüchternheit im Glas
Amanda Thomson wollte mehr als nur „Alkohol raus“ – sie wollte eine echte Alternative mit Anspruch. Die frühere BBC-Broadcasterin studierte Weinkunde an der renommierten Le Cordon Bleu Schule in Paris und gründete schließlich das Unternehmen Thomson & Scott. Mit Noughty brachte sie das erste Premium-Portfolio alkoholfreier Weine auf den Markt, das heute in Top-Hotels wie dem Mandarin Oriental oder dem Ritz Carlton serviert wird. „Noughty“ spielt übrigens mit der Doppeldeutigkeit von „nought“ (= null, Hinweis auf 0 % Alkohol) und „naughty“ (= frech, unartig). Die Marke setzt damit bewusst auf null Umdrehungen – aber mit Spaß, Haltung und einem Augenzwinkern.
Testsieger: Noughty Non-Alcoholic Sparkling Rosé – Champagner-Vibes
- Preis: 14,95 €
- Rebsorte: Tempranillo, Südspanien
- Flaschendesign: edel, schlicht, schöne Typografie
- Farbe: rosé
- Nase: Brioche-Aromen, wie Champagner
- Geschmack: ausbalanciert, sehr feine Perlage, Beeren und Zitrus
Manchmal braucht es nur ein Glas, um die Stimmung zu heben – genau das schafft der Noughty Sparkling Rosé. Elegantes, zartes Rosa im Glas und eine Nase, die mit Brioche-Aromen sofort an Champagner erinnert. Am Gaumen überzeugt er mit einer perfekten Balance aus frischen Beeren- und Zitrusnoten, getragen von einer lebendigen, sehr feinen Perlage. Das Ergebnis ist ein alkoholfreier Schaumwein, der nichts vermissen lässt – weder Struktur noch Eleganz. Dazu passt das edle, schlichte Flaschendesign mit klarer Typografie, das seine Premium-Attitüde unterstreicht. Ein Rundum-sorglos-Paket für alle, die Champagner-Flair ohne Umdrehungen ins Glas holen wollen – und damit verdient unser Testsieger.
Der Verlierer im Rennen um den besten alkoholfreien Sekt: III FREUNDE – Pinot Noir Rosé Sparkling
III FREUNDE – Wenn aus drei zwei werden, bleibt mehr Sekt für alle
Drei Freunde wollten Wein machen – inzwischen sind’s nur noch zwei. Juliane Eller, die ursprünglich zusammen mit Joko Winterscheidt und Matthias Schweighöfer das Label III FREUNDE gründete, ist mittlerweile ausgestiegen. Übrig geblieben sind Joko und Matthias – und ihre Idee von unkompliziertem, trinkfreudigem Wein und Sekt. Das Konzept: Feierabend statt Fine Dining. Alkoholfreie Weine und Sekte, die nicht beeindrucken wollen, sondern einfach gern getrunken werden. Bei unserem Weißwein Test hat der Riesling Null den Kauftipp geholt. Hier hat uns der alkoholfreie Sekt der III Freunde nicht überzeugt.
Verlierer: Pinot Noir Rosé Sparkling – mehr Hashtag als Geschmack
- Preis: 12,90 €
- Rebsorte: Pinot Noir
- Flaschendesign: schlichte, coole Ästhetik
- Farbe: rosé
- Nase: riecht nach wenig
- Geschmack: süß, beerig
Der III FREUNDE Pinot Noir Rosé Sparkling Null sieht im Glas nach Côte d’Azur aus, der Geschmackstest bringt dann aber eher süßes Blubberwasser für die Insta-Story zutage. Anfangs spritzig und rosé-chic, doch schnell kippt das Ganze ins Teenie-Sekt-Gefühl: zu süß, zu brav, zu babbig. Ein Drink, den man morgens um 11 am Pool köpfen kann – für die Bilder perfekt, für den Gaumen zu belanglos und letztendlich zu zuckrig. Uns hat er im Vergleichstest nicht geschmeckt, aber er wird dennoch mehr als 3 Freunde finden.
Der beste Proxy im Test: Copenhagen Sparkling Tea Company: Blå alkoholfrei Bio
Copenhagen Sparkling Tea Company – Nordic Bubbles
Die Copenhagen Sparkling Tea Company ist so etwas wie die Avantgarde unter den alkoholfreien Prickeldrinks. Gegründet in Kopenhagen, gedacht für die feine Tafel: Die Company mischt keinen entalkoholisierten Wein auf, sondern komponiert ihre Drinks aus hochwertigen Tees. Weiß, grün, Oolong, Kräuter – jeder wird in unterschiedlicher Stärke aufgebrüht und wie ein Cuvée zusammengeführt. Das Ergebnis sind komplexe, elegante Getränke, die irgendwo zwischen Schaumwein, Teeritual und nordischer Sterneküche schweben. Statt Ersatz zu sein, schaffen sie eine ganz eigene Kategorie im Glas – minimalistisch, stilvoll und überraschend vielseitig.
Testsieger: Blå alkoholfrei Bio – Tee zum Anstoßen
- Preis: 19,90 €
- Basis: Tee, schwarz, weiß und grün
- Flaschendesign: edel, schlicht, schönes Farbdesign
- Farbe: hellgelb
- Nase: elegant, frisch und floral
- Geschmack: Jasmin und Quitte, leicht würziger Abgang
„Blå“ heißt auf Dänisch schlicht „blau“ – und steht bei der Copenhagen Sparkling Tea Company für Tiefe, Eleganz und eine unerwartete Komplexität. Zusammengesetzt aus gleich 12 verschiedenen Tees, vereint Blå florale Leichtigkeit mit vollem Körper: Jasmin, Quitte und blumige Frische eröffnen das Aromenspiel, gefolgt von Kamille und feinen weißen Tees, die für Ruhe und Balance sorgen. Im Hintergrund geben schwarze Tees Struktur und Volumen. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges, fast schon meditatives Trinkerlebnis, das im Champagnerglas seinen großen Auftritt hat – ideal als Aperitif, zum Essen oder einfach als stilvolle Alternative, wenn man keinen Alkohol möchte. Eine Sektalternative, die eher leise, aber sehr fein und ausbalanciert überzeugt und damit den verdienten Testsieg unter den Proxys holt.
Der Kauftipp für den Proxy im Test: PICA PICA – Gezwitscher No. 10
PICA PICA – Spaß ohne Alkohol
PICA PICA ist eine junge deutsche Marke aus dem Saarland, die zeigt, dass alkoholfrei alles andere als langweilig sein muss. Inspiriert von einer Weltreise und benannt nach der neugierigen Elster (Pica pica), füllt das Team seine Flaschen mit alkoholfreien Getränken wie spritzigem Cider, fruchtigem „Gezwitscher“-Secco oder wärmendem Glühapfel. Statt Massenproduktion setzt PICA PICA auf alte Obstsorten und Streuobstwiesen – Genuss mit Haltung also, bei dem jede Flasche ein kleines Stück Natur rettet.
Kauftipp: Gezwitscher No. 10 – Auf die Streuobstwiesen!
- Preis: 14,90 €
- Basis: Apfelsaft, Traubensaft, Stachelbeersaft
- Flaschendesign: klar, edel, schöne Typografie
- Farbe: hellgelb
- Nase: fruchtig, Stachelbeere
- Geschmack: frisch und vielschichtig
Der Fruchtsecco Gezwitscher No. 10 ist ein fein abgestimmtes Cuvée aus alten Apfelsorten, heimischer Stachelbeere und weißen Trauben. Verfeinert mit Zitronenverbene und Mädesüß entsteht ein fruchtig-frischer Secco mit eleganter Perlage – komplett alkoholfrei, vegan und frei von künstlichen Zusätzen. Im Geschmack treffen saftig-süße Apfelnoten auf die lebendige Säure der Stachelbeere, getragen von einer leichten Traubensüße und verfeinert durch kräuterig-florale Nuancen. Spritzig im Glas, charmant und ausgewogen am Gaumen – perfekt für stilvolle Anlässe oder als besonderer Aperitif. Macht Spaß zu trinken und deshalb unser verdienter Kauftipp!
Die übrigen alkoholfreien Sekte und Proxys im Test
Bähr Pfalztraube GmbH – Traditionell ohne Alkohol
Zwischen all den stylischen Marken und großen Namen wirkt das Weingut Bähr fast schon zurückhaltend – und das, obwohl es als erstes Weingut den Bundesehrenpreis für alkoholfreie Weine und Seccos erhielt. Bodenständiger Webauftritt, wenig Marketing-Bling-Bling – dafür mit dem Anspruch, ehrlichen, alkoholfreien Wein und Sekt für den Alltag zu machen. Tatsächlich ist Bähr eines der wenigen Weingüter, das sich ausschließlich auf entalkoholisierte Weine und Seccos spezialisiert hat, und wird regelmäßig bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Weingut Bähr schickt gleich zwei Sekte ins Rennen: den VITISECCO Blanc trocken und den VITISECCO Bouquet trocken.
VITISECCO Blanc trocken – Der Unkomplizierte für alle Fälle
- Preis: 12,50 €
- Rebsorte: Chardonnay
- Flaschendesign: Tradition mit Teddybär, sehr schlicht
- Farbe: hellgelb
- Nase: Traube, Fass, würzig
- Geschmack: Traube, eine Spur Holz, etwas süß
Der VITISECCO Blanc trocken präsentiert sich traubig, leicht holzig und schwach an Riesling erinnernd. Er ist ganz in Ordnung zu trinken, nicht sehr trocken, aber auch nicht klebrig-süß im Abgang. Die feine, angenehme Perlage verleiht ihm Frische, während er geschmacklich eher an einen einfachen Weißburgunder erinnert. Einen, den man unkompliziert den ganzen Tag und zu jeder Gelegenheit trinken kann, ohne großen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Insgesamt ein unspektakulärer, aber solide gemachter alkoholfreier Sekt für alle, die es schlicht und unaufgeregt mögen.
VITISECCO Edition Bouquet trocken – Der spannende Bruder
- Preis: 17,50 €
- Rebsorte: Gewürztraminer
- Flaschendesign: Tradition mit Teddybär
- Farbe: hellgelb
- Nase: florale Noten, Muskat
- Geschmack: dezent fruchtig, typisch Gewürztraminer
Ganz anders präsentiert sich der VITISECCO Edition Bouquet trocken. Er schäumt beim Einschenken kurz auf, bevor sich die Perlage wieder zurückzieht – im Glas bleibt sie dennoch fein und angenehm. In der Nase zeigt er sich vielversprechend, was sich dann auch im Geschmack bestätigt: Mit einer besonderen Note eines Gewürztraminers, die aktuell voll im Trend liegt, leicht herb und würzig im Abgang und angenehm trocken, bringt der VITICECCO Edition Bouquet eine spannende Facette ins Spiel. Besonders gut passt er zu Vorspeisen wie Pasteten oder zu asiatischer Küche, wo seine frische Struktur und die feinen Aromen bestens zur Geltung kommen. Die 5 € Aufpreis zum Blanc trocken sind hier gut investiert.
Kolonne Null – Alkoholfreier Wein ohne Kompromisse
Die Berliner Marke Kolonne Null setzt auf hochwertige alkoholfreie Weine und Sekte – ohne künstliche Aromen, Farbstoffe oder Zusatzstoffe. Statt Massenproduktion stehen hier Handwerk und die enge Zusammenarbeit mit renommierten Weingütern im Fokus. Das Ziel: erstklassige Jahrgangsweine und Cuvées so zu veredeln, dass sie auch ohne Alkohol geschmacklich überzeugen. Als Trendsetter im alkoholfreien Weinsegment verbindet Kolonne Null Nachhaltigkeit mit modernem Lifestyle und spricht eine jüngere Generation an, die bewussten Genuss und Mindful Drinking lebt. An den Grundweinen wird intensiv gefeilt, bis das Ergebnis stimmt – denn Kolonne Null will nicht nur ein Ersatz sein, sondern eine echte Alternative.
Cuvée Blanc No. 01 – Blubber ohne Drama
- Preis: 13,50 €
- Rebsorte: Chardonnay, Grauburgunder, Weißburgunder
- Flaschendesign: coole Art-déco-Gestaltung
- Farbe: hellgelb
- Nase: Cidre, Streuobstwiese
- Geschmack: gelbe Frucht, hinten raus etwas zu süß
Der Sekt Cuvée Blanc No. 01 startet mit einer eher groben Perlage und geht im Abgang in eine Süße über – vielleicht etwas zu vordergründig, aber genau das macht ihn eben auch gefällig. Ansonsten schmeckt man gelbe Frucht wie Birne und Mirabelle, abgerundet mit einem Hauch schaumweintypischer Brioche-Noten. Er ist unkompliziert, leicht zu trinken und kein Kandidat für große Dramen oder tiefgründige Gespräche. Dafür passt er perfekt zu einem entspannten Feierabend: einfach einschenken, anstoßen und Spaß haben.
SOBERCIETY – Die neue Nüchternheit im Glas
Online-Marktplatz, Ratgeber, Community – SOBERCIETY versteht sich als digitale Plattform für alle, die ohne Alkohol leben (wollen) und dabei genießen möchten. Vom alkoholfreien Gin bis zum Prickelwasser: Hier gibt es alles, was null Umdrehung, aber Stil hat. SOBERCIETY vertreibt alkoholfreie Weine und Sekte verschiedener Hersteller – und hat mit dem eingereichten Riesling Sparkling auch eine eigene Linie im Programm. Der Wein stammt nicht aus eigenem Anbau, sondern wird in Kooperation mit ausgewählten deutschen Weingütern produziert. Klares Design, klare Message: kein Alkohol, kein Verzicht. Doch wir wollten wissen: Wie gut schmeckt die Sparkling-Variante?
Riesling Sparkling Alkoholfrei – Bleibender Eindruck
- Preis: 12,90 €
- Rebsorte: Riesling
- Flaschendesign: reduziert, wirkt wie aus dem Schwarz-Weiß-Drucker
- Farbe: hellgelb
- Nase: Apfel, Birne, Sekt
- Geschmack: grün, fruchtig, säurebetont
Ein Schluck, und sofort spürt man es prickeln: Der SOBERCIETY Riesling Sparkling bringt die meiste Säure im Testfeld mit – frech und frisch. Doch statt schnell zu verfliegen, bleibt sein Aroma lange im Mund, wo er sich von seiner fruchtig-grünen Seite zeigt: knackiger Apfel, dazu eine subtile Tee-Note, die dem Ganzen Tiefe verleiht. Am Ende steht ein sauberer, anhaltender Nachhall – unkompliziert und genau richtig für alle, die einen alkoholfreien Sekt suchen, der nicht leise daherkommt. Insgesamt reiht sich der SOBERCIETY Riesling Sparkling in das überzeugende Mittelfeld ein.
Strauch Sektmanufaktur – Solides Bio-Handwerk
Handwerk, Bio, Eigenwilligkeit – die Strauch Sektmanufaktur steht für prickelnde Charaktere aus Rheinhessen. Das Familienunternehmen setzt auf traditionelle Flaschengärung, regionale Wurzeln und die Philosophie, Sekte zu kreieren, die anders sind. Die Manufaktur ist Deutschlands einzige bio-zertifizierte Sektmanufaktur. Neben ihren alkoholhaltigen Klassikern gibt es auch die alkoholfreien Varianten Blanc Pur und Rosé Pur. Für unseren Test schicken sie den Blanc Pur Alkoholfrei ins Rennen.
Blanc Pur Alkoholfrei – Das Blubberwasser
- Preis: 11,90 €
- Rebsorte: Riesling
- Flaschendesign: gold-dunkelrot, schöne Grafik, edel
- Farbe: hellgelb
- Nase: Apfel, Sekt
- Geschmack: typische Riesling-Aromen: Apfel, Pfirsich
Der Blanc Pur Alkoholfrei bringt das volle Sektgefühl ins Glas: kräftiger Mousseux, erst einmal sehr viel Blubber auf der Zunge – und der verabschiedet sich auch erst spät im Abgang, manchmal mit einem Echo im Magen. Geschmacklich gibt er sich eher unauffällig und glatt, was ihn massentauglich und leicht zugänglich macht. Wichtig: ein paar Minuten atmen lassen, denn anfangs überdeckt die Kohlensäure alles. Danach blitzen dezente Rieslingnoten hervor. Angenehm trocken, nicht süß oder klebrig – ein Schaumwein ohne Alkohol, mit dem eigentlich alle gut klarkommen.
Weingut Mohr – Abendland trifft Morgenland
Im Rheingau, genauer gesagt in Lorch, hat sich das Weingut Mohr einen Namen gemacht – mit 100 % ökologischem Weinbau, viel Handarbeit und einer klaren Vision. „Das komplexe Spiel von Aromen ist meine Welt. In unserem Weingut vereine ich genussvoll das Morgen- und Abendland zu tausend & einem Geschmack“, beschreibt Mit-Inhaberin Saynur Sonkaya-Neher die Philosophie des deutsch-türkischen Weinguts. Neben charakterstarken Rieslingen entstehen so auch alkoholfreie Varianten. Tradition trifft Experimentierfreude – wir haben den Yakamazero getestet.
Yakamozero – Das Glitzern im Glas
- Preis: 11,90 €
- Rebsorte: Rivaner, Scheurebe
- Flaschendesign: blau und gold, edel und festlich
- Farbe: hellgelb
- Nase: Apfel, Sekt
- Geschmack: spritzig mit feinen Fruchtnoten
Mit Yakamozero präsentiert das Weingut Mohr sein erstes schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein – und schon der Name erzählt eine Geschichte. Yakamoz, das türkische Wort für das „Glitzern des Mondlichts auf dem Wasser“, wurde vor einigen Jahren sogar zum schönsten Wort der Welt gekürt. Kombiniert mit Zero für alkoholfrei, entstand Yakamozero. Von dem exotischen und poetischen Namen hatten wir allerdings etwas mehr Extravaganz erwartet, vor allem der Rivaner und die Scheurebe kommen nicht so überzeugend raus. Doch am Ende bleibt dennoch ein alkoholfreier Sekt mit angenehmer Perlage, der Spaß macht und richtig Laune ins Glas bringt. Zusammen mit dem edlen Etikett, ein alkoholfreier Sekt, den man bedenkenlos anbieten kann.
Bemuse – Im Zeichen der Biene
Met, das Getränk der Götter, mag ein uraltes Getränk sein – doch Anna und Nataliya zeigen mit Bemuse, wie modern er schmecken kann. Seit 2020 interpretieren sie Honigwein neu und kreieren alkoholfreie Varianten, die Tradition und Innovation verbinden. Die Basis ist schlicht und hochwertig: Honig, Wasser, Hefe und natürliche Aromen. Den Honig beziehen sie ausschließlich von verantwortungsvollen Imkereien, die Wert auf Bienenwohl und Artenvielfalt legen. So entsteht ein leichtes, prickelndes Getränk, das die Geschichte des Mets aufgreift und in die Gegenwart holt – spannend, bewusst und überraschend vielseitig. Wir haben den Origo Brut getestet und sagen euch, ob er wirklich göttlich schmeckt.
Origo Brut – Alkoholfreier Honigschaumwein – Met muss man mögen
- Preis: 14,95 €
- Basis: Honig und Hopfen
- Flaschendesign: eigenwillig, künstlerisch, modern
- Farbe: hellgelb
- Nase: Blüten, Kräuter, Honig
- Geschmack: Honig, Blüten
Der Origo Brut ist die puristische Kreation von Bemuse und konzentriert sich auf das Wesentliche: Honig, Wasser und Hefe. Und genau hier polarisiert er sehr stark. Die meisten unserer Tester und Testerinnen empfanden das Honigaroma als zu vordergründig. Dennoch hat die moderne Interpretation des Honigweins auch ihre Reize: In der Nase zeigt er ein fast florales Honigaroma, das eher an Blüten und Kräuter erinnert als an Süße. Am Gaumen präsentiert er sich trocken, mit feiner Perlage, die für Frische und Lebendigkeit sorgt. Die Honignote will im Hintergrund bleiben, was ihr nicht immer gelingt. Im Abgang wirkt der Origo Brut angenehm rund und erstaunlich lang für ein alkoholfreies Getränk. Ein komplexes Getränk, das – ohne eigentlich süß zu sein – eher für Honigliebhaber zu empfehlen ist. Zum Mixen sicherlich ein spannender Partner.
Far & Søn – Modern drinking
Der Name bedeutet „Vater & Sohn“ und steht für Tradition, Verbundenheit und die Freude am gemeinsamen Schaffen. Das junge dänische Label bringt diese Werte in die Gegenwart – mit stilvollen, alkoholfreien Alternativen, die nordische Klarheit ins Glas zaubern. Ob prickelnde Sparkling Drinks oder aromatische alkoholfreie Weine: Far & Søn setzt auf natürliche Zutaten, frische Aromen und ein Design, das so modern ist wie der Anspruch dahinter. Ihre Proxys entstehen durch traditionelle Fermentation, wie man sie vom Champagner kennt, kombiniert mit innovativen Brautechniken. Für unseren Test haben wir den Gentle Thai von Far & Søn geöffnet.
Gentle Thai – Asiatischer Crossover
- Preis: 15,50 €
- Basis: Sprudel-Bio-Getränk auf Kräuterbasis
- Flaschendesign: edel und zurückhaltend
- Farbe: hellgelb
- Nase: Ingwer, Thai-Basilikum, asiatisch
- Geschmack: zitronig, scharf, exotisch
Asien-Fans werden die Sekt-Alternative Gentle Thai lieben. Exotisch, frisch und dabei überraschend elegant: Der Gentle Thai ist einer der spannendsten Proxys im Testfeld. Inspiriert von südostasiatischen Aromen bringt er eine feine Schärfe von Ingwer und die Frische von Kaffir-Limette ins Glas, abgerundet von dezenten Kräuternoten. Die Perlage sorgt für Leichtigkeit, während die Gewürze Tiefe und Charakter verleihen – ein alkoholfreier Sparkling Drink, der mehr ist als nur Ersatz. Gentle Thai eignet sich perfekt als Aperitif oder als Begleitung zu leichten Gerichten und beweist, dass alkoholfreie Alternativen nicht langweilig, sondern aufregend vielfältig sein können.
French Bloom – Die Schönen und die Reichen
French Bloom ist die wohl glamouröseste Antwort auf die Frage nach alkoholfreiem Sekt – geboren aus einer Freundschaft und einer gemeinsamen Vision: Maggie Frerejean-Taittinger, damals Direktorin des Michelin Guide, und Topmodel Constance Jablonski gründeten 2019 French Bloom – eine innovative, female-founded Marke, die Feiermomente neu definiert. Seit 2024 hat die französische Luxusgruppe Moët Hennessy/LVMH eine Minderheitsbeteiligung und unterstützt strategisch. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Titel „World’s Best Non-Alcoholic Sparkling Wine“ für Le Rosé, steht French Bloom für genau das, was die Gründerinnen im Sinn hatten: ein Bouquet aus Lebensfreude und Eleganz. Wir haben die beiden hochgelobten Schaumweine getestet.
Aufgrund der Zugabe von Saft zum entalkoholisiertem Wein, sind sie technisch gesehen kein klassischer alkoholfreier Sekt, obwohl sie häufig als solcher gereicht werden. Bei French Bloom werden entalkoholisierte Bio-Weine (Chardonnay & Pinot Noir) mit Traubenmost, natürlichen Aromen und Kohlensäure zu einem neuen Getränk komponiert. Damit gehören sie zur Gruppe der Proxys, die es mit und ohne Weinanteile gibt.
Le Blanc – Apfelschorle mit Luxus-Vibes
- Preis: 28,76 €
- Basis: entalkoholisierter Wein, Saft
- Flaschendesign: Champagner-Vibes, edel
- Farbe: strohgelb
- Nase: Birne, Apfel, weiße Blüten, mineralisch
- Geschmack: trocken mit Frische, fruchtig ausgewogen
Der Le Blanc eröffnet in der Nase mit Noten von Birne, Granny-Smith-Apfel, weißen Blüten und einem Hauch Zitrus. Am Gaumen zeigt er sich trocken, mit feiner Perlage und einer leichten, frischen Aromatik, die an Chardonnay erinnert. Tropische Anklänge und eine elegante Mineralität bringen Struktur, im Abgang wirkt er cremig und angenehm lang.
Doch so elegant der Auftritt vor allem optisch und marketingtechnisch ist – geschmacklich bleibt er eher auf der sicheren Seite. Der Eindruck erinnert stellenweise an eine edle Apfelschorle, was ihn zwar massentauglich und gefällig macht, aber auf Dauer etwas langweilig erscheinen lässt. Für den aufgerufenen Preis hätten wir mehr Spannung und Charakter erwartet. Ein stilvoller, alkoholfreier Schaumwein – aber eher ein sanfter Begleiter als ein echter Wow-Moment.
Le Rosé – Viel Schein fürs Rampenlicht
- Preis: 33,71 €
- Basis: entalkoholisierter Wein, Saft
- Flaschendesign: Champagner-Vibes, edel
- Farbe: rosé
- Nase: Blüten, Beeren, Pfirsich
- Geschmack: Brioche Note, fruchtig und floral
Der Le Rosé zeigt sich aromatisch deutlich spannender als der Le Blanc: In der Nase Rosenblüten, Himbeeren und ein Hauch Pfirsich, dazu leichte Hefetöne. Am Gaumen trocken, frisch und mit feiner Perlage, die Eleganz und Lebendigkeit verleiht. Florale und fruchtige Noten verbinden sich mit einer subtilen Würze und geben dem Rosé mehr Tiefe und Charakter. Im Abgang wirkt er klar, elegant und anhaltend – fast wie ein Crémant oder Rosé-Champagner. Trotzdem bleibt auch hier der Eindruck: Für den Premium-Preis hätten wir noch mehr Komplexität erwartet. Der French Bloom Le Rosé ist eine stilvolle, alkoholfreie Alternative, die bei besonderen Anlässen glänzt und auch optisch richtig was hermacht– aber nicht unbedingt die große Überraschung im Glas liefert. Viel Schein für viel Geld – da bieten der TEASECCO von Jörg Geiger oder der Gezwitscher von PICA PICA für den halben Preis durchaus vergleichbare Qualität.
Manufaktur Jörg Geiger – Alkoholfreie Genusswelten abseits des Mainstreams
Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat geht ihren eigenen Weg: Kein klassischer alkoholfreier Sekt, sondern kreative Getränke und Essensbegleiter mit komplexen Aromen. Statt dem Wein einfach nur Alkohol zu entziehen, setzt Geiger zusätzlich auf alte Obstsorten, Kräuter und Gewürze, um eine eigenständige Alternative zu schaffen. Bekannt wurde die Manufaktur mit ihren Priseccos – das sind hochwertige Fruchtkompositionen, die handwerkliche Perfektion mit innovativem Denken verbinden. Das Ziel? Kein simpler Wein-Ersatz, sondern ein völlig neues Geschmackserlebnis. Dahinter steckt ein konsequent nachhaltiger Ansatz: alte Streuobstwiesen bewahren, natürliche Anbaumethoden fördern, handwerkliche Tradition neu interpretieren. Mit dem TEASECCO schickt Jörg Geiger einen PriSecco auf Teebasis in den Test.
PriSecco TEASECCO – Schwäbische Wiese trifft indischen Grüntee
- Preis: 10,90 €
- Basis: Grüntee, Wiesenobst
- Flaschendesign: Geiger-typisch, traditionell
- Farbe: hellgelb
- Nase: Apfel, Birne
- Geschmack: fruchtig mit herber Note
Mit dem TEASECCO bringt die Manufaktur Jörg Geiger eine elegante, alkoholfreie Alternative ins Glas. Basis sind schwäbisches Wiesenobst und indischer Bio-Grüntee, die zusammen eine herb-frische Aromatik ergeben. Apfel- und Birnennoten sorgen für Leichtigkeit, während der Grüntee Tiefe und Struktur einbringt. Die feine Perlage macht ihn lebendig, ohne verspielt zu wirken. Geschmacklich klar, vielschichtig und trocken – ideal als Aperitif oder zu asiatischen Gerichten. Der markante Grüntee gibt dem TEASECCO eine besondere, fast herbe Note. Wer eine süße, gefällige Alternative sucht, wird hier vielleicht weniger glücklich. Für alle, die es elegant, anspruchsvoll und ein bisschen anders mögen, ist er ein spannender Begleiter mit Charakter.
Villbrygg – Nordische Aromen aus Oslo
Villbrygg, eine kleine Manufaktur aus Oslo, bringt die nordische Natur in die Flasche – ganz ohne Alkohol. Seit 2018 experimentieren die Gründerinnen Cornelia Øiestad und Vanessa Krogh mit wilden Kräutern, Beeren und Pflanzen, die sie fermentieren, infusieren und behutsam mit Kohlensäure versehen. Heraus kommen Drinks wie SKOG, ENG oder FJELL, die so schmecken, als würde man durch norwegische Wälder, Wiesen oder über Bergpfade streifen – trocken, komplex und überraschend elegant. Statt Wein zu kopieren, schaffen sie ihre eigene Kategorie als Essensbegleiter. Kein Wunder also, dass Villbrygg längst auch in den Gläsern internationaler Spitzenrestaurants landet.
FJELL 01 (Mountain) – Nordisch kühl mit Sauna-Vibes
- Preis: 21,00 €
- Basis: Sprudelgetränk auf Basis von Wild-Preiselbeeren
- Flaschendesign: modern, Skandi-Style
- Farbe: rot
- Nase: Beeren, Kräuter
- Geschmack: kräftig, Beeren, Rosmarin
FJELL 01 bedeutet auf Norwegisch „Berg“ – und genauso klar und herb wie die nordische Hochlandschaft präsentiert sich dieser alkoholfreie Drink von Villbrygg. Wilde Beeren, Mädesüß, Zitronengras und florale Noten verleihen ihm kühle Frische und eine markante, mineralische Tiefe. Am Gaumen erinnert er durch den dominanten Rosmaringeschmack stellenweise an einen Saunaaufguss – ein unerwarteter, fast irritierender Eindruck, der in unserem Test stark polarisiert hat – ihn aber auch besonders macht. Trocken, komplex und eigenständig bleibt FJELL 01 ein spannender Essensbegleiter, der nordische Bergluft ins Glas bringt.
Unser Fazit zum Test
Meckern? Fehlanzeige! Im Gegenteil: Viele der alkoholfreien Sekte und Sparklings haben uns echt überrascht – mit mehr Charakter, Frische und Trinkfreude als wir erwartet hätten. Interessant fanden wir die avantgardistischen Proxys, die ganz neue Geschmacksfelder öffnen und nicht nur nach simplen Apfelschorle mit Blubber schmecken. Also: Flaschen kalt stellen, coole Leute einladen und anstoßen – auf das Sommer-Feeling und den Luxus, morgens ohne Brummschädel aufzuwachen.
Words: Susanne Feddersen Photos: Lars Engmann
